Bolivien November 2024

16 Tage Bolivien zusammen mit meiner Mutter

Sonntag 10.11. - Tag 1

Wie jedes Mal im November, sollte auch in 2024 die große Tour des Jahres im November starten.

Dieses Mal allerdings sollte es alles andere als eine gewöhnliche Reise werden.

Denn ich war nicht alleine oder mit meinen Freunden unterwegs, sondern mit meiner Mutter.

Meine Mutter, die sonst höchstens einmal im Jahr nach Borkum oder Mallorca fährt, hatte quasi keinerlei Erfahrungen was Reisen angeht.

Ihr fragt euch vielleicht wie so eine Konstellation zu Stande kommt.

Eigentlich ganz einfach:

Mutter spricht perfektes Spanisch und beim alljährlichen Fotos gucken meiner November-Touren, schwärmte sie immer von ihrer Venezuela Reise von vor 30 Jahren.

Ich immer nur gesagt „man Mutter, du musst auch mal aus den Latschen kommen!“

Da dies im Alter von Mitte Ende 50 wahrscheinlich einfacher gesagt als getan ist, wurde also eines Abends nach einigen alkoholischen Getränken sich kurzerhand die Hand gegeben, dass wir zusammen nach Südamerika fliegen.

Reden kann jeder.. Machen hieß es dann. Und so wurde monatelang Ausschau nach billigen Flügen Richtung Südamerika gehalten. Wir hatten eigentlich keinerlei Ansprüche. Es sollte nur Südamerika sein und wenn möglich ein Land, in welchem ich noch nicht war. Eines Tages erspähte ich ein Angebot von Iberia: Von Madrid nach Santiago de Chile. Für rund 600€ hin und zurück wurde dort zugeschlagen und so stand schon mal fest, dass wir über Chile fliegen sollten. Da ich zusammen mit Mitchell vor zwei Jahren erst vier Wochen in Chile unterwegs war, guckte man erstmal, wohin man von Santiago aus so kommt.

Und da war dann auch ziemlich schnell klar, dass es Bolivien werden sollte. Von den Zielen, die von Santiago aus angeflogen wurden, war Bolivien mit Abstand das vielseitigste und interessanteste. So wurde kurzerhand noch der Flug von Santiago de Chile nach Santa Cruz de la Sierra gebucht, um nach Bolivien zu kommen.

Zunächst sollte es aber von Düsseldorf nach Madrid gehen. Unser Flug ging Mittags, was ja eigentlich entspannt sein sollte, aber der gemeinsame Umtrunk am vorherigen Abend, machte das ganze dann doch deutlich zu früh.

Mit nem ordentlichen Schädel kamen wir also in Düsseldorf an und es war schon ungewohnt die Sicherheitskontrolle etc. zusammen mit meiner Mutter zu absolvieren. Ich war schließlich seit rund 10 Jahren nicht mehr mit ihr zusammen in den Urlaub geflogen und damals war ich ja quasi noch ein Kind.

Meine Mutter war die letzten Monate, seitdem fest stand, dass wir es tatsächlich durchziehen, von nichts anderem mehr am reden. Ständig liefen irgendwelche Reportagen über Bolivien in ihrem Wohnzimmer. Diese Vorfreude war ich so fast gar nicht mehr gewohnt und ehrlich gesagt steckte sie mich dann auch ein wenig damit an.

So ging es in den ersten Flieger in Richtung Madrid und es wurde die Gelegenheit genutzt, die ein oder andere Minute Schlaf nachzuholen.

Am Flughafen buchten wir uns ein zwei Tages Ticket für die U-Bahn in Madrid und so ging es dann Richtung Innenstadt. Meine Mutter verriet mir, dass sie wohl seit guten 30 Jahren keine U-Bahn mehr gefahren war. Verrückt.

Bei sonnigen 20 Grad kamen wir sehr zentral in der Innenstadt an. Wir hatten unser Hotel direkt am Plaza de España direkt in der City. Dort angekommen, bezogen wir erstmal unsere Unterkunft. Ein schnuckeliges Hotel mit super nettem Personal und guter Lage. Mehr brauchten wir nicht.

Wir machten uns dann direkt auf den Weg, ein wenig die Hauptstadt Spaniens zu erkunden.

Ich war zwar schon etliche Male in Madrid, aber hatte meist wenig Zeit, mir mal was anzugucken. Vorbei am Königspalast, dem Plaza del sol, der Bank von Spanien und etlichen weiteren Sehenswürdigkeiten verbrachten wir einen super entspannten ersten Tag unserer Reise.

Das gute Wetter und die spanische Lebensfreude, vor allem in den Abendstunden, bescherte uns einen super Start.

Abends gab es dann noch in einem neapolitanischen Restaurant Pizza und es ging zeitig ins Bett.

Von Madrid über Santiago Chile nach Santa Cruz de la Sierra Bolivien

Montag 11.11.24 - Tag 2

Zeitig ging es aus den Federn, denn heute sollte unser Flug gen Südamerika starten. Nach einem kurzen Frühstück in einem typisch spanischen Café, ging es mit Sack und Pack Richtung U-Bahn Station.

Unsere nächstgelegene war die Plaza España, wo wir ja bereits gestern angekommen waren. Dort auf dem Platz standen einige Feuerwehr- und Polizeiautos.

Es dauerte etwas, bis wir sie entdeckten, aber oben über unseren Köpfen hingen einige Klimaaktivisten von „Greenpeace“, welche ihrem Unmut über die aktuelle Klimapolitik freien Lauf ließen. Sie hingen über einem großen Mango Werbeplakat.

Auf jeden Fall interessant, mal mit anzusehen.

Wenn die Aktivisten gewusst hätten, dass wir beide jetzt erstmal um die halbe Welt fliegen, hätten sie dagegen wohl auch noch ein Plakat mitgebracht.

Weiter ging es aber für uns in Richtung Flughafen, damit wir zeitig genug vor Ort sind. Und die Zeit brauchten wir auch, wie sich später herausstellen sollte.

Angekommen am Madrid Airport, fanden wir ein Chaos vor, welches seinesgleichen suchte.

Keiner wusste so ganz, wo er hin muss. Das Personal war dabei keine wirkliche Hilfe und wir sahen wirklich einige, die offensichtlich aufgrund des Chaos dabei waren, ihren Interkontinentalflug zu verpassen.

Wir waren zum Glück mehr als früh da und mussten uns deshalb keine weiteren Gedanken machen. Nach gefühlt zwei Stunden, waren wir dann endlich mit allem durch und machten uns langsam auf den Weg zu unserem Gate.

Dort gönnten wir uns noch eine letzte Mahlzeit, da es ja immer ungewiss ist, was es letztlich im Flieger zu Essen gibt.

Und da der Flug über 13 Stunden gehen sollte, war etwas Nervennahrung für Mutter wohl auch angebracht.

Nach dem Essen ging es dann auch schon in den Flieger. Nicht nur sie, sondern auch ich war ziemlich aufgeregt, weil die Situation, mit meiner Mutter in einen Langstreckenflieger zu steigen, hatte ich so auch noch nie gehabt.

Nachdem wir unsere Sitzplätze bezogen und uns eingerichtet hatten, hebte der Flieger dann auch relativ pünktlich ab und nun stand dem Abenteuer Südamerika mit Mutter nichts mehr im Wege.

Unser Plan war es, so viel wie möglich zu schlafen, damit wir fit am nächsten Tag in Chile ankommen. Daraus wurde leider nicht wirklich was.

Die zugegeben extrem unbequemen Sitze bei Iberia machten das Ganze auch nicht wirklich einfacher.

Ein paar Stunden Schlaf waren letztlich wohl trotzdem drin und so kamen wir mit mehrfacher Verpflegung in Santiago de Chile an.

Unser erster Tag in Südamerika

Dienstag 12.11.2024 - Tag 3

Ich war mit meiner Mutter in Südamerika angekommen, aber wir waren noch nicht an unserem heutigen Ziel angekommen.

Wir hatten um die 5 Stunden Aufenthalt, bevor unser Flieger von hier in Richtung Santa Cruz de la Sierra in Bolivien starten sollte.

Nachdem wir, entgegen unserer Planung, bisher sehr wenig geschlafen hatten, hatten wir nun die Hoffnung, hier am Flughafen noch eine entspannte Ecke zu finden, um eventuell doch noch etwas die Augen zu zu machen.

Die Suche gestaltete sich leider etwas schwieriger als gedacht, da es nur komplett asoziale Sitze gab. Neben jedem einzelnen Sitz waren unter anderem Armlehnen, sodass man sich nicht lang auf diese Bank legen konnte.

So wurde es letztendlich eine ruhige Ecke, in der wir uns auf den Boden legten.

Mit Ohrstöpseln und Schlafmaske, waren das aber die besten Stunden Schlaf der ganzen „Nacht“ und so pennten wir doch noch zumindest etwas.

Und so ging es dann gegen 4:30 weitere 2 Stunden Richtung Santa Cruz in Bolivien.

Der Flug wurde dann nochmals für weiteren Schlaf genutzt, ehe wir gegen 6:30 in Santa Cruz de la Sierra ankamen.

Die letzten Stunden hatten schon ganz schön rein gehauen und so waren wir für den Moment auf jeden Fall ordentlich im Eimer.

Nach einer alles in allem relativ entspannten Einreise, holten wir noch einige Bolivianos ab, um schonmal etwas lokales Bargeld zu haben.

Per Taxi wollten wir dann erstmal zu unserem Hotel in der Innenstadt kommen. Das Wetter war hier nicht wirklich das, was wir erwartet hatten.

Immerhin waren einige Tage vorher die Aussichten mit 30 Grad und Sonne noch deutlich besser. Als wir aus dem Terminal raus kamen, sahen wir, wie sehr es am schütten war.

Meine Mutter konnte nun das erste mal mit ihrem perfekten Spanisch glänzen. Mit dem Taxifahrer wurde ein fairer Preis ausgemacht, welcher sogar noch besser war, als der, den wir vorab im Internet recherchierten.

Und so saßen wir im Taxi, um unsere ersten Eindrücke von Bolivien zu sammeln.

Es war derart am regnen, dass die Straßen teilweise komplett unter Wasser standen.

Die Palmen und restliche Umgebung, ließen aber trotz des Regens Urlaubsgefühle aufkommen und es erinnerte an vergangene Karibik Urlaube.

Je weiter es in die Innenstadt ging, desto hässlicher wurde es.

Santa Cruz ist einfach eine typische südamerikanische Großstadt, welche an typischen Stromkabeln und wuseligen Straßen zu erkennen ist.

Unser Hostel lag in einer ruhigeren Nebenstraße, jedoch trotzdem sehr zentral.

Das Hostel bot, neben der zentralen Lage, außerdem geräumige Zimmer mit Poolblick. Hier konnte man es definitiv aushalten.

Bevor es in die Stadt gehen sollte, mussten wir als allererstes aber erstmal duschen und uns fertig machen, da die letzte Nacht und die Flüge definitiv noch in den Knochen steckten.

Nach der Dusche war man definitiv ein neuer Mensch und nun konnte voller Motivation in den Tag gestartet werden.

An der Rezeption genehmigte ich mir, während Mutter am duschen war, das erste bolivianische Bier, welches ich mir dann in einer Hängematte direkt am Pool gönnte.

So kann man in den Urlaub starten. Jetzt musste nur noch das Wetter besser werden.

Zu Fuß ging es, nachdem Mutter fertig war, Richtung Innenstadt.

Es gab in Santa Cruz nicht allzu viele sehenswerte Sightseeing-Punkte auf meiner Liste, aber dennoch wollten wir uns selber ein Bild von der Stadt machen.

Mit einem weiteren Bierchen auf der Hand, ging es dann durch die authentischen Straßen mit den herunterhängenden Stromkabeln.

Es war wirklich alles andere als schön hier. Trotzdem fühlte es sich nach Urlaub an, da es wirklich einen typisch südamerikanischen Flair hatte und das Wetter mittlerweile auch besser geworden war.

Grade für Mutter gab es natürlich an jeder Ecke was zu sehen.

Teilweise fuhren Transporter an uns vorbei, auf dessen Laderampe mehrere Menschen während der Fahrt drauf standen.

Zu Fuß ging es weiter Richtung Hauptplatz von Santa Cruz.

Dort ist unter anderem die lokale Politik ansässig und vor einem offiziellen Gebäude waren rund 50 Frauen für faire Löhne am protestieren.

Wirklich interessant, sich das mal in echt anzusehen.

Die Protestanten waren mit Trommeln und Trillerpfeifen am Lärm machen.

Nachdem wir uns einige Zeit das Spektakel ansahen, ging es dann auf den "Plaza 24 de Septiembre".

Rund um den Platz waren sehenswerte Gebäude mit Flaggen der Region Santa Cruz zu sehen und es gab eine große Kathedrale, die definitiv sehenswert ist.

Das Wetter war mittlerweile sogar sommerlich und die Sonne machte alles gleich doppelt so schön.

Wir setzten uns auf den, mit etlichen sehenswerten Palmen bewachsenen, Platz. Es war schon fast wie in einem tropischen Garten hier, weil alles so dicht bewachsen war.

Absurd, dass man einen solchen Ruhepunkt, in der sonst so hektischen Stadt, direkt im Stadtzentrum findet.

Wir genossen die Sonne und schauten uns das Schauspiel der umher laufenden Menschen an, welche gefühlt allesamt was zu verkaufen hatten.

Ein Vater mit seinem Kind inklusive Kinderwagen fragte uns, ob wir nicht eine Packung Kaugummis kaufen wollten. Frauen mit Kameras versuchten uns zu Fotos mit den örtlichen Tauben zu überreden. Gefühlt wurde aus allem versucht Geld zu machen.

Nach einer Weile und dem nächsten Bier, ging es dann zuerst in die recht sehenswerte Kathedrale und danach auf den Glockenturm, von welchem man einen guten Ausblick über die wirklich hässliche Stadt hatte.

Nach dem anstrengenden Erklimmen der engen Stufen, genossen wir den Blick eine Weile, ehe es wieder nach unten gehen sollte und wir ein wenig weiter durch die umliegenden Straßen schlenderten.

Meine Mutter ging in einige Shopping Läden und bewunderte die niedrigen Preise für Klamotten.

Mit einem Eis in der Hand ging es dann irgendwann zurück Richtung Hostel, wo wir uns noch etwas am Pool entspannten und die nächsten untapped Biere wurden eingecheckt.

Nachdem ich mir den ersten Sonnenbrand des Urlaubs am Pool einhandelte, machten wir uns fertig für den restlichen Tag.

Da meine Mutter mit ihren Spanischkenntnissen auf der Arbeit unter anderem mit südamerikanischen Ländern im Kontakt steht, hatte sie eine Art Arbeitskollegin unter anderem in Santa Cruz.

Yenny lebt schon immer in Santa Cruz und wer könnte uns besser die Umgebung zeigen, als eine lokale Anwohnerin?! Sie holte uns an unserem Hostel ab, um uns mit dem Auto in eine nahegelegene Stadt namens Cotoca zu fahren.

Alleine schon der Weg dorthin war spannend.

Während Mutter und Yenny natürlich erstmal über Gott und die Welt redeten, erklärte sie auch ab und zu mal etwas, was wirklich sehr spannend war.

Auf dem Weg dorthin sahen wir dann auch schon das pure Südamerika wie es leibt und lebt.

Menschen auf Ladeflächen hinten drauf, Straßenhunde, viel Müll auf den Straßen und ein relativ wilder Verkehr. Am Straßenrand gab es immer mal wieder Strassenstände, wo versucht wurde, die wildesten Sachen an den Mann zu bringen.

Wir fuhren vorbei an einem riesig langen LKW Stau am Straßenrand. Yenny erklärte uns, dass es aktuell in Bolivien einen „Gasolin“ Engpass gäbe. Die Regierung habe kein Geld, genügend Benzin und vor allem Diesel zu besorgen, sodass man teilweise Tage lang anstehen muss, um zu tanken.

Unvorstellbar im privilegierten Europa, in welchem wir leben.

Kilometerlange LKW Schlangen standen also am Straßenrand und auch hier versuchten verschiedene Händler per Fahrrad Säfte an den Mann zu bekommen.

Wir näherten uns Cotoca, welches eine gute Stunde von unserem Hostel entfernt war.

Es ist eine authentische kleine Stadt, welche direkt beim reinfahren mit einem Pferdekarren zu überzeugen wusste.

Hier läuft die Uhr auf jeden Fall noch etwas anders.

Am kleinen Hauptplatz von Cotoca standen etliche Streetfood-Stände am Straßenrand und wir waren hier definitiv die einzigen Touris

Wir waren nicht ohne Grund in das 40 km entfernte Städtchen gefahren.

Hier soll angeblich ein Faultier mitten auf dem belebten Platz in der Innenstadt leben.

Bereits auf dem Weg nach Cotoca fragten wir Yenny, ob sie sicher sei, dass ein Faultier dort auf dem Platz lebt. Sie sagte allerdings, sie wüsste es nicht genau und so wurde es bei Ankunft spannend.

Beim Betreten des Platzes schauten wir also sehr gespannt in die Bäume und es dauerte nicht lange, da hatten wir es auch schon erspäht.

In aller Seelenruhe machte es einen Schritt vor den anderen und kletterte ganz gemütlich auf eine, auf dem Hauptplatz liegende, Palme.

Ist das verrückt!

Mitten in der Stadt lebt ein exotisches Tier. Es rannten Hunde herum, der Verkehr fuhr nur rund 3 Meter entfernt direkt entlang und an und für sich würde man denken, dass es hier alles ist, aber kein geeigneter Ort für ein Faultier.

Das freundliche Wesen störte sich offensichtlich an nichts.

Willkommen in Bolivien!

Die Leute im Park saßen auf den Bänken direkt unter dem Faultier und sie störten sich nichtmal im Ansatz. Ganz im Gegenteil, sie staunten eher, warum wir so in die Bäume guckten und Fotos machten.

Das Faultier fiel zwischenzeitlich von der glatten Palme und landete auf dem Rücken. Scheinbar machte es ihm aber nicht zu schaffen und es suchte sich einen neuen Baum. Es krabbelte nun also auf allen vieren quer über den Bürgersteig und störte sich nichtmal an einem Straßenhund, welcher direkt neben ihm vorbei lief.

Nun kletterte es auf den nächsten Baum, bis hoch in die Baumkrone.

Nach einigen Fotos, ging es dann noch etwas über verschiedene kleine Marktstraßen, welche alles in allem schon ein sehr authentisches Bild Südamerikas abgaben.

Zusammen mit Yenny, ging es dann noch zu einem Streetfood-Stand, wo sie uns ein wenig lokale Küche zeigen wollte.

Es gab von einem am Straßenrand stehenden Holzkohlegrill Fleischspieße und etwas Reis mit Kartoffeln. Vor allem das Fleisch konnte dabei überzeugen.

Nach unserem Snack ging es dann, vorbei an etlichen Gasolinschlangen, mit dem Auto zurück Richtung Santa Cruz.

Yenny wollte uns nun noch etwas den anderen Teil der Stadt zeigen.

Neben den authentisch-südamerikanischen Stadtbezirken gab es auch noch einen Finanzdestrikt.

Wir fuhren vorbei an krank großen Hochhäusern und Villen.

Wirklich ein krasser Gegensatz zum restlichen Teil der Stadt.

Yenny wollte uns noch zeigen, wie luxuriös es sich hier tatsächlich leben lässt und so besuchten wir noch eine Dachterrasse von einem sehr exklusiven Hochhaus mit einer VIP Bar im Untergeschoss.

Hier kam man so eigentlich ohne Reservierung gar nicht rein, aber Yenny kannte einen Hintereingang, durch den wir trotzdem rein kamen.

Von der Dachterrasse sahen wir den Sonnenuntergang und hatten einen coolen Ausblick über den Finanzblock der Stadt.

Nach der Dachterrasse ging es dann zurück zum Auto und wir sagten Yenny, dass wir sie gerne zum Essen einladen würden, um uns zu revanchieren für ihre Zeit.

Wir fuhren also zu einem Steak Restaurant, welches scheinbar ein echter Geheimtipp unter Einheimischen war. Es sah beim reinkommen schon komplett luxuriös aus, mit Bärenfellen über den Sitzen und einem sehr schönen, rustikalen Stil.

Wir bestellten uns eine Steakplatte, welche wir uns teilten, dazu gab es Pommes, Reis, Salat und Brot.

Nach einem wirklich sehr schönen Abendessen zahlten Mutter und ich dann die Rechnung, als dank für Yennys Gastfreundschaft und Zeit und beim Blick auf die Rechnung fragten wir uns kurz, ob das jetzt stimmen kann.

Auf der Rechnung standen keine 30€. Wir hatten jeder ein großes Stück Rindersteak und auch noch jeweils Getränke. Doch auch nach überprüfen der Rechnung stimmte der Preis tatsächlich.

Wow. Was für Preise.

Yenny fuhr uns noch zu einer Wechselbude, welche doppelt so gute Wechselkurse hatte wie normale Banken und nachdem wir so viel Euros wie möglich wechselten, ging es dann zurück zu unserem Hotel.

Wir verabschiedeten uns bei Yenny und dankten Ihr für alles und dann ging es zeitig ins Bett, um uns den wohlverdienten Schlaf in einem Bett abzuholen, welchen wir ja jetzt schon seit zwei Tagen nicht mehr hatten.

Von Santa Cruz de la Sierra in Boliviens Amazonasgebiet

Mittwoch 13.11. - Tag 4

Früh ging es aus den Federn, denn heute sollten wir in das Amazonasgebiet rund um die Stadt Rurrenabaque fliegen. Vorher gab es noch ein Frühstück am Pool, ehe es per Taxi zum Flughafen ging.

Am Flughafen angekommen, hatten wir die Ruhe weg, da kaum was los war und der Flieger auch pünktlich angekündigt war.

Nun sollte also unser erster Inlandsflug Boliviens starten. Wir flogen eine gute Stunde, bis nach Cochabamba, von wo wir per Umstieg nach Rurrenabaque fliegen sollten.

Der erste Flug war relativ unspektakulär, was sich in Cochabamba dann aber ändern sollte. Es ging in Cochabamba nämlich in einen Mini Jet, welcher uns ins Amazonas Gebiet fliegen sollte.

In einem so kleinen Linienflug hatte ich bisher auch noch nicht gesessen.

Nur eine handvoll Menschen stieg zusammen mit uns ein, ehe es vom Piloten noch das ein oder andere Wort zu hören gab.

Der Flug sollte ebenfalls eine Stunde gehen und nach einiger Zeit in der Luft, erblickten wir das erste Mal den Fluss Beni, welcher ein Ausläufer des Amazonas ist.

Er schlängelte sich quer durch das riesige Amazonas-Regenwaldgebiet.

Schon sehr beeindruckend zu sehen, diese typisch braune Farbe, wie man es sonst nur aus Dokus kennt.

Nachdem wir einige Zeit dem Fluss folgten, ging unser Flieger mitten im Regenwald runter. Nach der Landung mussten wir staunen, denn hier gab es lediglich eine mini Landebahn und ein winziges Flughafengebäude, welches unmittelbar umringt von Dschungellandschaft war.

Kurzer Funfact am Rande:

Als wir aus der Droschke ausstiegen, hatte ich noch auf der Landebahn automatisch bestes WLAN. Das sind immer solche Momente, wo man sich fragt, warum sowas in Deutschland nicht geht.

Wir stiegen also aus dem Flieger und gingen einige Meter Richtung des kleinen Flughafengebäudes. In dem Gebäude selber war quasi nichts los. Lediglich die ankommenden Reisenden waren hier zugegen.

Das gute WLAN kam uns gelegen, denn wir hatten weder eine Tour für die nächsten Tage gebucht, noch hatten wir eine Unterkunft für heute Abend.

Ganz schön spontan alles, aber meiner Meinung nach hier in Südamerika locker machbar und laut einigen Internetartikeln genau das Richtige für Rurrenabaque.

Zu allererst mussten wir also nun in die Innenstadt von Rurrenabaque kommen.

Vor dem Flughafen standen ein paar TukTuks, wovon wir dann für umgerechnet 2 € eines nahmen.

Und so saßen Mutter und ich zusammen mit all unserem Gepäck in einem TukTuk und fuhren in Richtung Rurrenabaque.

Die Umgebung war schon sehr beeindruckend mit den Palmen und dem umliegenden Regenwald.

TukTuks prägten, neben Motorrädern, den Hauptverkehr und es fühlte sich definitiv so an, wie wir es uns im Amazonas Gebiet vorstellt hatten.

Wir suchten bereits am Flughafen mit dem WLAN noch ein bezahlbares Hostel raus und ließen uns dann dort absetzen.

Am Hostel angekommen, mussten wir, bei dem für ein Doppelzimmer verlangten Preis, zwei mal hingucken. 14,90€ zusammen für beide Personen, inklusive Frühstück. Da kann man wohl wirklich nicht meckern.

Das Hostel war online super bewertet, ist zentral gelegen und war vor Ort gebucht sogar nochmal deutlich günstiger, als im Internet ausgeschrieben.

Es gab im Innenhof einen Pool, einige Hängematten und eine Happy-Hour Bar. Das Zimmer war sehr einfach gehalten, mit zwei Einzelbetten inklusive übergespannten Mosquito netzen.

Wir hatten halt keinerlei Ansprüche und dementsprechend war diese Unterkunft für heute Nacht einfach nur perfekt. Für diesen Preis sowieso.

Unser erster Plan hatte also schon mal wunderbar funktioniert! Ohne eine Unterkunft vorab zu buchen, sogar noch günstiger weg gekommen, als geplant.

Nun hieß es für ab morgen eine ordentliche Tour in die Pampas von Bolivien zu finden.

Die „Pampas von Yacuma“ sind Feuchtgebiete im Bolivianischen Amazonasbecken und sind geprägt von einer wahnsinnigen Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen.

Wir gingen also los in die Stadt, um uns einerseits etwas das kleine Örtchen anzusehen und andererseits verschiedene Touranbieter zu vergleichen.

Es ging also von unserem Hostel aus zu Fuss in die unmittelbare Innenstadt.

Ein kleiner Shop bzw Kiosk reihte sich an den nächsten.

Wir schlenderten vorbei an einigen lokalen Läden und schnupperten immer mal wieder wo rein.

Die Palmen und die mit Regenwald bewachsenen Hügel im Hintergrund erinnerten uns zwischendurch daran, wie paradiesisch es hier ist. Die unberührte Natur und die Geräusche der Umgebung, welche aus den Wäldern kamen, waren echt beeindruckend.

Während wir durch die Stadt gingen und das wirklich schöne Wetter und die Sonne genossen, ließen wir uns zwischendurch immer mal wieder in kleinen Shops nach Pampas Touren beraten.

Der ein oder andere Anbieter konnte dabei mehr oder auch weniger überzeugen.

Zu allererst war es aber geil zu sehen, dass wir scheinbar alles richtig gemacht hatten, einfach so hier her zu fliegen, ohne irgendwas geplant zu haben. Denn sogar für morgen früh direkt gab es etliche Touren, welche noch verfügbar waren.

Wir schlenderten also erstmal weiter durch die Stadt entlang am Rio Beni, dem Amazonasausläufer, welcher diese typisch braune Farbe hatte.

Am Fluss selber, lagen einige Boote an, welche scheinbar von Einheimischen genutzt werden.

Wir gingen den Fluss entlang, vorbei an einigen Obstständen, an denen riesige Bananenstauden lagen.

Frischer bekommt man sicherlich kein Obst.

Es war schon wieder einer dieser Momente, in denen ich mir dachte, „Was geht hier schon wieder ab?!“, als ich den jungen Obstverkäufer genauer betrachtete.

Er stand dort im BVB Trikot. Unfassbar. Mitten im Bolivianischen Amazonasgebiet stand der junge Mann, der scheinbar nicht mal wusste, was Borussia Dortmund überhaupt ist.

Meine Mutter verständigte sich auf spanisch mit ihm und er war sichtlich verwirrt, als wir ihn auf sein Trikot ansprachen und ihm sagten, dass wir aus Dortmund kommen würden. Naja, er raffte zwar nicht, was wir ihm grade sagen wollten, aber dafür hatte er eine besonders schöne Fälschung erwischt.

Das Trikot war offensichtlich mit KI designt, denn dieses Trikot gab es in der Art niemals und auch die aufgedruckten Wappen und die Aufschrift „Grobes Telple“ waren ganz klar per KI erstellt.

Immer geil zu sehen, wie bekannt (oder auch nicht) Borussia Dortmund überall auf der Welt ist.

Wir buchten nun, nachdem wir uns bei mehreren Anbietern ein Bild machten, eine etwas teurere Tour, allerdings hatten wir bei dem Anbieter mit großem Abstand den besten Eindruck.

Teilweise wollten manche Anbieter die Hälfte des Preises von uns, allerdings saßen wir dort dann aber auch mit lauter Musik in einem Wohnzimmer und die beratende Person saß mit einem Handtuch auf dem Kopf vor uns, da sie gerade aus der Dusche gekommen war.

Außerdem waren wir preislich auch noch immer deutlich unter dem im Internet aufgerufenen Preis.

Nach dem Buchen der morgigen Tour ging es für uns dann noch in eine lokale Apotheke, in der wir uns noch Mückenspray für die nächsten Tage besorgten.

Wir gingen nun zurück zum Hostel, wo wir uns für den Tag nach der Pampas Tour einen Bus in Richtung La Paz buchten, ehe es per TukTuk auf einen in der Nähe befindlichen Aussichtspunkt gehen sollte. Hier sollte man einen guten Blick über die Stadt und die umliegenden Berge und Wälder haben.

Der Weg mit dem Tuktuk stellte sich aber als holprig heraus, da der Weg über einen extrem huckeligen Schotterweg ging. Es ging steil hinauf, immer weiter in den Wald hinein.

Nach ein paar Minuten erreichten wir dann den Aussichtspunkt. Hier oben war man wirklich fern ab von allem. Immerhin gab es hier ein kleines Café mit einer wunderschönen Terrasse.

Der Ausblick war wirklich magisch. Im Hintergrund hörte man die Geräusche des Regenwaldes in der Abenddämmerung.

Die Anlage der Aussichtsplattform war wirklich traumhaft schön. Es gab sogar einen Pool und eine Schaukel, in der man den Moment genießen konnte.

Wir saßen also mit einem kalten Getränk da, lauschten dem Dschungel und sahen zu, wie die Sonne über dem Rio Beni in den mit Regenwald überwachsenen Bergen verschwand.

Nach einiger Zeit hörten wir ein rascheln in den Büschen unter uns und entdeckten eine Katze, welche eine Art Beutelratte jagte, welche aber mindestens so groß war wie die Katze selbst.

Wir hatten uns mit unserem TukTuk Fahrer für 7 Uhr hier oben verabredet, da wir ansonsten wohl nicht mehr zurück in die Stadt gekommen wären. Hier war man wirklich fern ab von allem.

Mit dem Tuktuk ging es dann also wieder runter in die Stadt. Mittlerweile war es auch komplett dunkel und wir wollten noch eine Kleinigkeit essen.

Am Straßenrand in Rurrenabaque gab es einen kleinen Laden, vor welchem ein Holzkohlegrill stand. Perfekt für unser Abendmahl. Es gab für kleines Geld Schweinefleisch-Spieße direkt von der offenen Flamme. Einfach nur geil.

Nachdem wir satt waren, ging es in unser Hostel, um bei der abendlichen Happy Hour unseren ersten Tag im Amazonas Gebiet ausklingen zu lassen.

Tag eins im Amazonas Camp in den "Pampas del Yacuma"

Donnerstag 14.11 - Tag 5

Nach unserer erholsamen Nacht im Hostel unter Mosquitonetzen starteten wir bei bestem Sonnenschein mit einem Obstfrühstück in den Tag.

Nach dem Frühstück ließen wir noch einige Klamotten im Hostel und gingen zum Touranbieter für die nächsten 3 Tage und 2 Nächte. Dort angekommen gab es eine kleine Einführung für die nächsten Tage.

Es ging mit einem Minibus mit unserem Fahrer und einem weiteren schweizerischen Touristen, welcher ab sofort Teil unserer Tour war, Richtung den Pampas.

Unser Fahrer Julio erzählte uns zu Beginn, dass ich als Beifahrer jetzt den Job hätte, meine Augen offen zu halten, um ggf. einige Tiere auf der Fahrt zu erspähen.

Bei sonnigem Wetter ging es nun also los auf die etwa 3 stündige Fahrt Richtung Pampas.

Relativ kurz nach Start, sagte unser Fahrer uns, dass wir nun auf die Suche nach Faultieren gehen würden. Diese würden wohl auf dem Weg gerne rechts und links in den Bäumen hängen und ich als Beifahrer hatte ja den Job, diese zu erspähen.

Das Faultier blieb zwar zunächst aus, dafür bekamen wir aber einige andere Tiere zu sehen.

Papageien, Adler, Geier und etliche andere Dschungelbewohner.

Auch wilde Pferde und Capibaras liefen neben der Straße entlang. Davon wurden leider auch einige überfahren, ganz zur Freude einiger Geier.

Unseren ersten Stop gab es dann, nachdem ich etwas in einem Baum gesichtet hatte.

Und tatsächlich saß dort nur einige Meter von uns entfernt ein bunter Tucan. Was für ein schöner Vogel.

Weiter ging es und wir entdeckten eine Straußenfamilie mit 9 Jungen.

Etwas weiter war es dann soweit:

Ein Faultier hing am Rande der Straße in einem Baum.

Wahnsinn, was für eine Natur!

Nach einigen Fotos ging es weiter und die Route führte allmählich durch einige kleine Dörfer, unter anderem Santa Rosa.

Hier war man wirklich in einer komplett anderen Welt angekommen.

Kleine Holzhütten reihten sich aneinander und hier war wirklich die Welt buchstäblich noch in Ordnung.

Schweine waren in den Vorgärten und auf einer Veranda beobachteten wir ein kleines Mädchen, welches mit einem Papageien spielte, der gerade neben einigen Milchflaschen saß.

Unser Guide sagte uns, dass hier in ein paar Monaten während der Regenzeit alles unter Wasser stehen würde. Unglaublich. In unseren Köpfen versuchten wir uns vorzustellen, wie es dann hier wohl aussehen mag.

So ganz bekamen wir das aber nicht hin. Undenkbar, dass die Menschen hier alle paar Monate gefühlt mitten im Wasser leben und ihre Häuser unter Wasser stehen.

Wir fuhren weiter und erreichten den offiziellen Eingang der Pampas. Hier mussten wir an dem kleinen Häuschen den Eintritt in bar bezahlen, ehe die Fahrt weiter ging.

Wir erreichten eine Art Fähre. Auf einem kleinen Flusslauf lag ein Floß welches mit Handkraft rüber gezogen wurde, um Autos, Menschen und Tiere von der einen auf die andere Seite zu bekommen.

Erst dachte ich, wir würden mit dieser Fähre auf die andere Seite fahren. Es wurde aber noch besser.

Zwei Mitarbeiter unseres Touranbieters warteten bereits auf uns und wiesen unseren Fahrer ein, wie er durch einen Graben zu fahren hatte.

Wir dachten das wäre schon gaga. Aber von dort an ging es weiter, in einen immer dichteren Waldweg. Nach wenigen Metern wurde es so schlammig, dass wir drei Touris schon sagten "Ey da kommen wir doch niemals durch".

Und so kam es, wie es kommen musste.

Unser Fahrer war offensichtlich zuversichtlicher und so steuerte er uns voller Selbstvertrauen genau in den Schlamm hinein.

Nach nur einigen Augenblicken war allen im Auto anwesenden Personen klar, dass es hier so schnell nicht weiter gehen würde.

Wir steckten natürlich fest und es ging weder vorwärts noch rückwärts.

Der Schlamm wurde durch die durchdrehenden Räder so hoch geschleudert, dass die komplette Scheibe mittlerweile auch voller Schlamm war.

Wir wollten Abenteuer, wir haben Abenteuer!

Es dauerte etwas, bis unser Fahrer es aufgegeben hatte, aus dem Schlamm eigenständig herauszukommen. Er sagte: „So, ihr cremt euch bitte zuerst mit Mosquitoschutz ein“

Die Mosquitos sollten hier extrem heftig sein. Das hatten wir bereits vorab im Internet gelesen und auch unser Anbieter bestätigte es uns bereits in Rurrenabaque, wo wir uns mit ausreichend Mückenspray eindeckten.

Wir sprühten uns also im Auto ordentlich ein und dann versuchten wir, schlammfrei aus dem Auto zu kommen, was mehr oder weniger gut funktionierte.

Es kamen nun mehrere Autos an, welche auch von unserem Anbieter waren und ebenfalls die Straße passieren wollten.

Eine absurde Szene. Wir standen schmunzelnd da und beobachteten unsere auf spanisch fluchenden Guides, wie sie verzweifelt versuchten, unser Auto aus dem Schlamassel zu ziehen.

Nach einigen Versuchen wurde dann ein Seil besorgt, welches am Auto befestigt wurde. Unsere Guides steckten dabei teilweise knöcheltief im Schlamm.

Nun wurde versucht, das Fahrzeug mit den Händen raus zu ziehen. Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und so wurde Tauziehen mit dem feststeckenden Auto gespielt.

Nach einigen "Hau ruck" tat sich was und wir bekamen mit gemeinsamer Manneskraft den Minivan aus dem tiefen Morast befreit.

Geile Situation :D

Sowas ist immer absolut witzig, wenn es hinten raus gut läuft.

Die fluchenden Bolivianer, welche verzweifelt am austüfteln waren, wie das Auto wieder dort raus kommt. Einfach witzig.

Während all der filmreifen Unterhaltung konnten wir eines aber schonmal feststellen:

Die extrem starke Sonne, gepaart mit den unendlich penetranten Mosquitos, waren im Vorfeld nicht übertrieben worden.

Mistviecher!

Es ging nun also wieder in unseren Van, welcher mittlerweile voller Mosquitos war.

Unserer Überraschung entgegen, wurde nun erneut versucht, durch das gefühlt unendliche Moor der Straße zu kommen. Das kann doch nichts werden.. So sagten wir, während unser Fahrer mit Vollgas auf den Schlamm zusteuerte.

Er fuhr etwas weiter rechts am Rande des Tümpel entlang, was scheinbar deutlich besser funktionierte, als noch beim ersten Mal. Wir kamen zwar ins schlittern, aber trotz allem schafften wir es tatsächlich durch den Schlamm.

Wir haben Abenteuerurlaub gebucht und nun auch bekommen.

So kann eine Amazonas Tour starten.

Nach nur wenigen Metern, welche wir dann weiter fahren konnten, kamen wir in unserer Lodge für die nächsten 3 Tage und zwei Nächte an.

Wir wurden von einigen Mitarbeitern mit einem kühlen Fruchtgetränk begrüßt.

Und es tat wirklich gut, was kaltes zu trinken, nach all der Aufregung.

Während unser Fahrer uns zu unserer Bleibe brachte, bewunderten wir die Lodge.

Es war wirklich märchenhaft, wie die Sonne durch die Palmen schien. Die laute der Natur dazu, kann man außerdem nicht wirklich wiedergeben. Es war alles in allem wirklich perfekt.

Wir bekamen eine Holzhütte gezeigt, in welcher unser Zimmer für die nächsten Tage war.

Ich denke, die Lodge kann am besten durch die Fotos gezeigt werden. Anders wird es ihr nicht gerecht.

Wir hatten ein wirklich schönes Zimmer mit Mosquitonetzen über den Betten, was hier mit das wichtigste sein dürfte.

Da wir durch unsere Schlammschlacht spät dran waren, ging es direkt in die Aufenthaltshütte. Dort wurde immer gegessen und es diente als Aufenthaltsraum.

Andere Gäste, welche scheinbar nicht erst seit heute hier vor Ort waren, hatten bereits ihr Essen vor sich. Es waren einige Gruppen aus verschiedensten Ländern, welche allerdings offensichtlich nichts mit unserer Gruppe zutun hatten.

Jedes Grüppchen hatte seinen Guide mit am Tisch. Unsere Gruppe bestand aus Mama, mir und dem Schweizer Nico.

Zusammen mit unserem Guide für die nächsten Tage, Willman, gab es dann die erste Mahlzeit.

Es gab Spaghetti mit Reis und einer Art Tomatensauce mit Hackbällchen und einem Salat. Wir hatten essenstechnisch wirklich so mit garnichts gerechnet, hier in der Pampa.

Echt lecker, darauf kann man aufbauen die nächsten Tage!

Nach dem Essen hatten wir noch etwas Zeit, uns umzusehen und in unseren Zimmern einzurichten.

Wir nutzten die Zeit vor allem um den unter unserem Camp lang fließenden Fluss Rio Beni genauer zu beobachten.

In einer am Hang liegenden Hängematte ließ es sich mit vollem Magen im Schatten der Mittagshitze so richtig gut gehen. Von dort aus hatten wir einen guten Überblick über den gebogenen Flusslauf.

Wir erspähten neben einigen Fischreihern und interessanten Vögeln außerdem die ersten Schildkröten, die direkt an unserem Camp im kühlen Wasser lagen.

Außerdem flogen das erste Mal „Ara“ Papageien über unsere Köpfe. Dabei war der typische Schrei der Vögel zu hören.

Hier in der Hängematte ließ es sich echt leben.

Die Mücken taten aber auch ihr bestes, um diese Ruhe zu stören. Mein Gott, was für Mistviecher!

Was Tiere angeht war hier einiges los! Wir erspähten im Camp, neben Riesenameisen, eine Gottesanbeterin und einen Riesenleguan, der mit Sicherheit über einen Meter groß war.

Nach unserer Akklimatisierung im Camp, ging es dann zusammen mit unserem Guide und Nico auf ein Holzboot, mit welchem wir die nächsten Stunden auf Tiersuche gehen wollten.

Obwohl wir die Mittagshitze etwas überbrückt hatten, knallte die Sonne noch immer ganz schön!

Von der Tierwelt war das hier der absolute Hammer!

Wie viele verschiedene Vogelarten, Schildkröten und Caimane wir zu sehen bekamen, war schon krass.

Nach einigen hundert Metern durchs seichte Wasser, entlang dem geschlängelten Fluss, erblickten wir weit oben in einem Baum einige Papageien. Dies konnte ich mir und meiner Kamera natürlich nicht entgehen lassen.

Generell war es hier wirklich ein Traum für Tierfotografen.

Nach einiger Zeit kamen wir an einer Gruppe verschiedener Affen vorbei. Die Äffchen waren extrem am schreien und offensichtlich interessiert an unserem Essen.

Das dürfte daran liegen, dass einige Anbieter hier wohl die Affen füttern, weshalb sie dachten, sie bekommen von uns auch etwas.

Die goldbraunen Affen waren einfach nur knuffig anzusehen.

Nachdem die Äffchen merkten, dass es hier wohl nichts zu Essen gibt, waren wir dann auch nur noch halb so interessant für sie.

Es war an der Zeit, mal meine Drohne zu testen. Diese ließ ich also hinter unserem Boot her fliegen. Die Aufnahmen wissen definitiv zu überzeugen.

Die wohl spektakulärste Sichtung des Tages, war dann nach einiger Zeit flussabwärts ein Cayman, welcher eine extrem große und giftige Schlange in seinem Maul hatte.

Selbst unser Guide wusste in der Situation nicht, was gerade abgeht.

Was für ein Glück, ein solches Naturschauspiel mit eigenen Augen sehen zu können.

Die Mücken wurden, je mehr die Sonne verschwand, immer schlimmer und so gab es eine Situation, wo so viele Mücken auf einmal um mich herum schwirrten, wie ich es bisher noch nicht erlebt hatte.

Es war wirklich schlimm und selbst das krasseste Mückenspray, welches absolut nach Tod roch, brachte kaum was.

Die Dreckviecher stachen sogar durch meine langärmligen Klamotten, welche wir ja extra wegen den Mücken anhatten.

Auf dem Rückweg kamen wir noch an einem Baum vorbei, in welchem oben in der Baumkrone größere Brüllaffen saßen. Diese konnten wir allerdings nicht wirklich gut erkennen, da sie zu weit weg waren.

Dafür bekamen wir aber die kleinen Äffchen erneut zu Gesicht.

Nach insgesamt drei ereignisreichen Stunden ging es dann langsam wieder zurück Richtung Camp.

Im Camp ließen wir noch etwas den Tag bei dämmernder Sonne und reichlich Mosquitos ausklingen, ehe es abends noch ein astreines Abendessen gab.

Es gab Karpfen mit Kartoffeln, Reis und einer super leckeren Kräutersauce. Das holte selbst mich, als absoluten Fischhasser, ab.

Es gab in unserem Camp insgesamt acht Köche. Das merkte man beim Essen definitiv.

Nach dem Abendessen ging es dann direkt nochmal aufs Boot, da es bereits dunkel geworden war und wir nun mit Taschenlampen nach Kaimanaugen suchen wollten.

Durch die Dämmerung waren die Moskitos aber erst so richtig auf trapp gekommen. Es war wirklich mega heftig, wie penetrant die Viecher waren.

Mit unseren Taschenlampen ging es dann also auf die Suche nach leuchtenden Augen. Die Lichtverhältnisse waren für Fotos leider alles andere als optimal.

Unser Fahrer fuhr extra langsam den Fluss hinunter und es dauerte nicht lange, bis wir die ersten Augen sichteten.

Die Taschenlampen leuchteten mehrere hundert Meter weit und so war es wirklich beeindruckend, wie viele leuchtende Augen rechts und links des Ufers zu sehen waren. Tausende Fledermäuse schossen uns um unsere Ohren.

Der Nacht einfach zu lauschen, war allerdings das spannendste. So viele verschiedene Tierlaute zu hören, war einfach beeindruckend.

Zwischendurch raschelte es immer mal wieder in den Büschen und es war generell mega spannend, was so in der Dunkelheit verborgen war.

Nach circa einer Stunde ging es auf den Rückweg Richtung Lodge, wo wir dann noch einen schwarzen extrem großen und gefährlichen Cayman sahen. Dieser war Tagsüber bereits an unserer Lodge gewesen und mit Sicherheit um die drei Meter lang.

Nach Rückankunft sollte es das mit tierischen Sichtungen aber noch nicht gewesen sein.

Direkt in unserem Camp war Bewegung in einem der Bäume. Unser Guide sah das natürlich sofort und rief uns dazu.

Im Baum saßen zwei „Cuandos“ (Stachelschwein) und aßen seelenruhig die Früchte, welche an den Ästen hingen.

Meine Güte, ist das geil!

Es ließ sich keineswegs aus der Ruhe bringen und beachtete uns quasi nicht. Was für eine Tierwelt!

Nach einem extrem coolen Tag ging es dann etwas Schlaf tanken.

Doch auch auf unserem Zimmer erwartete uns eine weitere Überraschung.

Beim Betreten unseres Badezimmers kam mir eine Fledermaus entgegen. Ich hatte den Schock meines Lebens!

Ich flüchtete in unser Schlafzimmer und verschloss direkt die Tür. Nach einer Weile guckte Mutter mal nach dem Rechten und die Fledermaus war einfach weg. Wo auch immer sie hin war, sie war weg.

So machten wir uns bettfertig und hofften auf eine erholsame Nacht.

Doch kurz nachdem das Licht aus war, hörte man es über uns flattern.

Es war nur ein Mückennetz als Decke unter dem ansonsten offenen Dach und deshalb schwirrten dort einige Fledermäuse, direkt über unseren Köpfen. Diese gaben auch einige Laute von sich.

Das konnte ja ne Nacht werden..

Piranha fischen und Rosa-Flussdelfine im Rio Beni

Freitag 15.11. - Tag 6

Nach einer kurzen und durch Fledermäuse wach gehaltener Nacht, ging es um 5 Uhr früh aus den Federn.

Direkt nach dem Aufstehen brachen wir mit unserem Guide in der noch dunklen Morgenstunde zu einer Bootstour zum Sonnenaufgang auf. Der Amazonas war bereits erwacht und so hörte man wieder einiges an Tieren.

Mit Taschenlampen bepackt sahen wir auch noch einige leuchtende Caimanaugen, ehe es dann etwas heller wurde.

Beim passieren des Flusses hörten wir ein lautes Gebrüll aus einem hohen Baum am Rand des Flusses. Das Gebrüll gehörte zu einigen Brüllaffen, welche sich dann allerdings zügig aus dem Staub machten.

Wir legten an einem kleinen Hügel an und gingen von Bord unseres Bootes. Von hier aus sollte man einen tollen Sonnenaufgang sehen können, dieser ließ allerdings auf sich warten.

Der Himmel war alles in allem leider nicht sehr beeindruckend.

Unsere Aufmerksamkeit wurde allerdings von einem weit entfernten, großen Baum erregt. Unser Guide erklärte Mutter, er würde Bewegung im Baum sehen.

Wir hörten außerdem Affengebrüll, welches laut unserem Guide wohl daher kommen könnte. So wurde es Zeit für meine Drohne. Diese hatte ich vorsichtshalber mitgenommen. In einigen hundert Metern Entfernung stand der besagte Baum und zu diesem steuerte ich meine Drohne.

Nach einigen Minuten Suche, fand ich dann tatsächlich eine Gruppe Brüllaffen, welche durch den Baum sprangen.

Was für Bilder!

Ohne die Drohne wären wir nicht mal ansatzweise in der Lage gewesen, die Affen zu sehen, geschweige denn Bilder von ihnen zu machen.

Nach den beeindruckenden Affen ging es dann per Boot zurück zum Camp, wo bereits einige kleinere Kapuzineräffchen in den Bäumen hin und her sprangen.

Unser Guide meinte, sie wüssten, dass es jetzt Frühstück gibt. Und dieses gab es nun auch.

Nach dem Frühstück ging es noch etwas in die Hängematte und dann ging es mit Gummistiefeln bepackt per Boot auf Anacondasuche.

Nach der tierreichen, aber unspektakulären Bootsfahrt, ging es zu Fuß weiter.

Die Mücken waren wirklich geisteskrank. Unser Guide meinte, es wäre lange nicht mehr so schlimm mit den Mücken gewesen.

Mit den Gummistiefeln ging es durch einige Büsche und tiefe Schlammpfützen. Es machte mir definitiv Spaß, mit den Gummistiefeln wie ein kleines Kind durch den Schlamm zu laufen.

Wir gingen eine ordentliche Weile, während unser Guide immer mal wieder mit einem Stock Äste hochhob, um eventuell eine Anaconda zu entdecken.

Es ging nach einiger Zeit in etwas dichteres Gestrüpp, in welchem wir unter anderem einen skelettierten Caymankopf fanden. Spannend.

Nach einiger Zeit fanden wir allerdings leider auch immer noch keine Anaconda. Unser Guide sagte uns bereits vorab, dass die Saison für Anaconda noch nicht da wäre und es unwahrscheinlich sei, eine zu entdecken.

Trotzdem war es eine spannende Suche.

So machten wir uns bei einer ordentlichen Hitze bei weit über 30 Grad auf den Rückweg.

Nach der Rückkehr gab es direkt das leckere Mittagessen und es ging für einige Zeit zurück in meine geliebte Hängematte, um etwas die Seele und meine Füße baumeln zu lassen.

Von dort aus beobachtete ich erneut einige Schildkröten im Fluss und erspähte ein Capibara, welches sich in unser Camp verirrt hatte.

Nach der kleinen Mittagspause ging es zurück in das Boot, um Piranhas zu fischen.

Es ging wieder flussaufwärts und wir erspähten erneut in einem Baum eine Gruppe von insgesamt acht Ara-Papageien.

Diesmal ließ ich die Drohne steigen, um die gefiederten Freunde etwas besser auf die Kamera zu bekommen.

Nach den Aufnahmen fuhren wir noch ein Stück weiter und legten mit dem Boot an, um von hier aus gefräßige Piranhas zu fischen.

Unser Guide machte uns hierfür einfach einige Stücke Fleisch an einen Angelhaken, welcher an einer langen Schnur befestigt war und diesen schmissen wir dann einfach ins Wasser.

Beim Piranha fischen war es wichtig, dass wir, sobald Bewegung zu spüren war, die Schnur ruckartig zu uns zogen. Sobald der Fleischköder im Wasser war, tat sich auch sofort einiges.

Nach nur wenigen Versuchen hatte ich dann auch meinen ersten Piranha aus dem Wasser gezogen. Dieser zappelte nun am Rand des Flusses und es wurde natürlich ein Erinnerungsfoto geschossen.

Als ich den Piranha in der Hand hielt, sah man auch direkt die scharfen Zähne, was echt beeindruckend war.

Da ich eigentlich eh keinen Fisch mag, hätte ich ihn dann am liebsten direkt wieder ins Wasser geschmissen. Unser Guide bestand allerdings darauf, dass wir ihn heute Abend mal probieren sollten.

Und so fischte nach einigen weiteren Versuchen auch Mutter ihren ersten Piranha und so ging es mit unserem Abendessen bepackt zurück Richtung Lodge.

Da der Wasserstand im November noch extrem niedrig war, gab es leider im Fluss selber nur wenige rosa Flussdelfine.

Außer einigen wenigen Bewegungen im Wasser (was definitiv auch schon spannend war), war es nicht möglich diese zu sichten.

Deshalb schlug unser Guide vor, zu einer nahegelegenen Lagune zu fahren, wo ganz sicher welche zu finden sein sollten.

Es ging also von dem Camp aus mit dem Boot flussabwärts, wo wir nach einigen Minuten am Land anlegten und von dort aus in ein Auto stiegen.

Mit dem Auto ging es aus dem Nationalpark raus durch die Stadt Santa Rosa. Hier staunten wir wieder über das rege Treiben in dem kleinen Dorf.

Ganz in der Nähe befand sich der riesige See.

Bei einer wundervollen Abenddämmerung schlenderten wir also zu einem Steg, welcher sich direkt neben einem kleinen Kiosk befand, an welchem wir uns eine kühle Cola genehmigten.

Direkt vor dem Kiosk rannten einige frei lebende Baby Sträusse herum.

Wir schlenderten auf dem Steg entlang und genossen den Ausblick, während einige einheimische Jugendliche mit einem Stand-Up-Paddel im Wasser waren. Diese hatten sichtlich Spaß und wir entdeckten auch warum.

Sie machten einige Laute mit dem Stand-Up-Paddel und einigen Wasserflaschen, indem sie diese auf die Wasseroberfläche schlugen. Mit diesem Lärm versuchten sie laut unserem Guide angeblich, einige Flussdelfine anzulocken.

Das trifft sich ja bestens, denn wir waren nicht nur für die wundervolle Aussicht hier, sondern eben für genau diese Delfine.

Nach nur wenigen Augenblicken sahen wir eine Bewegung im Wasser, welche auf uns zu steuerte.

Die Geräusche der Wasserflaschen zeigten bei dem Delfin anscheinend Wirkung. Der Delfin war durch die sich spiegelnde Sonne allerdings leider nicht zu erkennen, auch wenn ab und zu mal etwas aus dem Wasser ragte.

Es waren außerdem mehrere Delfine, welche offensichtlich unter anderem sehr verspielt wirkten.

Da wir außer einigen eindeutigen Bewegungen, welche sogar direkt bei uns am Steg waren, nicht wirklich was sehen konnten, war die letzte Hoffnung die Drohne.

Vielleicht konnte man ja von weit oben etwas mehr von den rosa Flussdelfinen sichten.

Ich startete also meine Drohne, was einige neugierige Blicke der einheimischen Jugendlichen auf sich zog.

Schon bereits kurz nach dem Starten, konnte ich es nicht glauben. Man konnte sie erkennen. Ist das beeindruckend!

Zwar nicht aus nächster Nähe, aber immerhin überhaupt zeigten die verspielten Delfine sich, welche immer in zweier Gruppen unterwegs waren.

insgesamt um die sechs Delfine konnte ich sichten, welche immer in den besagten Grüppchen unterwegs waren.

Ich guckte mich um und genoß einfach diesen Augenblick. Das fantastische Panorama mit der untergehenden Sonne und in meiner Hand auf dem Display rosa Flussdelfine, welche in der spiegelnden Sonne spielten.

Ich hatte es nicht ansatzweise für möglich gehalten, dass wir wirklich Delfine sehen würden und so waren wir nun umso glücklicher.

Wir hatten leider nicht allzu viel Zeit diesen Augenblick zu genießen, da die Sonne schon so gut wie weg war und wir ja noch mit unserem Boot zurück ins Camp fahren mussten und das Abendessen wartete.

Es ging nun also zurück Richtung unseres Bootes. Auf dem Weg hielten wir noch kurz an einem Supermarkt, um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen.

Der orangen leuchtende Mond war an diesem Abend so riesig, wie ich ihn annähernd in meinem Leben noch nicht gesehen hatte. Dieser stand über einem abgeranzten Fussballplatz, auf welchem eine Kuh stand. Hatte irgendwie was magisches an sich.

Nach Ankunft an unserem Boot war es schon komplett dunkel.

Unser Guide fragte, ob wir eine Taschenlampe mit hätten, denn er hatte seine offensichtlich vergessen. Aus Zufall hatten wir noch unsere Lampe von morgens in der Tasche. Wenn wir diese nicht gehabt hätten, wären wir wohl so ziemlich am Arsch gewesen.

Ich musste nun unserem Fahrer den Weg leuchten, damit er nicht gegen irgendwelche Bäume oder Felsen steuert. Spannend. Ging aber gut.

Zurück in unserem Camp gab es dann das Abendessen inklusive unserer selbst gefangenen Piranhas. Diese waren offensichtlich frittiert worden.

Ich nahm den Fisch in die Hand und bestaunte seine nachwievor vorhandenen scharfen Zähne. Nicht so ganz mein Fall war halt auch, dass er noch in einem Stück war.

Ich bin eh schon kein Fisch Fan und dann noch diese kleinen Gräten raus zu friemeln war jetzt echt nicht meins. Er schmeckte… naja nach Fisch halt.

Ob das jetzt ein besonders leckerer Fischgeschmack war, kann nicht nicht mal sagen. Nur dass es nichts für mich war. Aber eine spannende Erfahrung auf alle Fälle.

Mein erster selbst gefangener Fisch war ein Piranha, den ich sogar probieren durfte. Kann wohl auch nicht jeder von sich behaupten.

Nach dem spannenden und vor allem anstrengenden und langen Tag wurde dann zeitig ins Bett gegangen, um bei Fledermausgeflatter früh in die Nacht zu starten.

Letzter Tag im Amazonas und Fahrt nach La Paz

Samstag 16.11. - Tag 7

Nachdem es die letzten Tage immer früh aus den Federn ging, wurde heute mal etwas entspannter angegangen und erst gegen 8 Uhr gefrühstückt.

Nach dem Frühstück ging es mit dem Boot flussaufwärts. Dort sollte es dann zu Fuß etwas weiter in den Regenwald hinein gehen.

Bei ordentlicher Hitze ging es durch dichtes Gestrüpp.

Unser Guide war stets bemüht, Tiere zu sichten und so war nach kurzer Zeit ein sehr schöner bunter Vogel zu sehen.

Unabhängig davon, ob wir hier viele Tiere sehen würden, war alleine schon das Erlebnis, hier durch zu laufen, es absolut wert.

Während wir eine kleine Pause machten, fing der Guide an, aus einem Palmenzweig einen Fächer zu basteln.

Was für eine beeindruckende Leistung, aus einer Palme sowas zu basteln und dass der Fächer dann auch noch so hält.

Bei dem Wetter durchaus praktisch, einen Fächer gegen die Hitze dabei zu haben.

Wir hatten zwar keine größeren Tiersichtungen vorzuweisen, aber die Suche war trotzdem spannend und nachdem wir zurück in Richtung Boot gingen, entdeckten wir noch ein Kolibri Nest. Der Kolibri flog leider direkt weg als er uns sah und so schafften wir es nicht, ihn auf ein Foto zu bekommen.

Unter einem Baum machten wir eine Pause, um uns von der Mittagshitze zu erholen. Während wir unter dem Baum saßen, sahen wir in einem weit entfernten Baum mal wieder Bewegung und die Drohne ging erneut auf Erkundungstour.

Diesmal war der Baum in einer ähnlichen Richtung wie bereits am Morgen zuvor.

Einige Affen lagen auf einem frei liegenden Ast. Einfach beeindruckend, die Primaten mit Hilfe der Drohne so nah zu sehen.

Nachdem wir erneut einige Minuten die Affen beobachteten, ging es per Boot zurück zur Lodge, um dort duschen zu gehen und zu Mittag zu essen.

Nach dem letzten super leckeren Mahl hier, in der wirklich super schönen Unterkunft, ging es dann bereits zurück Richtung Rurrenabaque.

Wir hatten hier wirklich tolle Tage voller Abenteuer und reichlich wilden Tieren. Diese Erfahrung werde ich definitiv so schnell nicht vergessen.

Da unser Anreiseweg nachwievor aufgrund von Schlamm nicht passierbar war, ging es mit dem Boot flussaufwärts in Richtung Straße. Dort wurden wir von einem Auto empfangen, welches uns in Richtung Rurrenabaque brachte.

Auf der gut zweistündigen Fahrt wurde die Zeit genutzt, etwas Schlaf nachzuholen, da die letzten Tage nicht allzu viel geschlafen wurde.

In Rurrenabaque angekommen, ging es erstmal in unser Hostel, wo wir einige unserer Sachen gelassen hatten.

Bei bestem Wetter wurde dann noch der Pool getestet und danach ging es in ein Restaurant, um uns noch eine Kleinigkeit zu genehmigen, bevor es in den Bus Richtung La Paz gehen sollte.

Nach dem Essen ging es dann unsere Taschen abholen und per Tuktuk Richtung Busbahnhof.

Am Busbahnhof deckten wir uns noch mit Verpflegung für die rund 13 stündige Busfahrt ein.

Unser Bus stand bereits am Terminal und hier standen lauter junger Leute, die den kostengünstigen Weg Richtung La Paz nutzen wollten.

Nach einiger Zeit ging es dann in den Bus auf unsere Plätze.

Die Busse in Südamerika sind teilweise ein echtes Highlight. So konnte man die Sitze auf nahezu 180 Grad ausklappen und es war super bequem. Sehr komfortabel.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten und auf einen erholsamen Schlaf hofften, hielt der Bus aber nach kurzer Zeit schon an.

Es kam eine Durchsage, dass wir nun erstmal tanken mussten. Aufgrund der Gasolin-knappheit dachten wir uns auch direkt: "na das kann ja was geben."

Und so reihten wir uns in einer riesigen Schlange ein, wobei wir aber bereits den Großteil einfach überholten. Hier haben Busse scheinbar Vorrang.

Der Bus öffnete seine Türen, was uns zeigte: das kann hier dauern.

Nach einigen Minuten stiegen wir dann mal aus, um uns das Ganze von näherem anzuschauen.

Es war bereits stockduster und hier waren rechts und links die Straße entlang kilometerlange Autoschlangen. Wir standen bereits direkt vor der Tankstelle, hatten aber trotzdem noch einige Autos vor uns.

Rechts von der Tankstelle standen hunderte(!) Kanister in einer weiteren Schlange und warteten darauf, voll gemacht zu werden. An den Zapfsäulen selber ging quasi nix.

Die Leute standen ratlos vor den Säulen und warteten offensichtlich auf die nächste Lieferung Benzin. Die Zapfsäulen schienen leer zu sein.

Nach einer ganzen Weile kam ein Tanklaster angefahren und hielt an der Zapfsäule, um die Tankstelle nachzutanken. Das dauerte natürlich auch wieder seine Zeit.

Es war alles eine Geduldsprobe und da muss man echt sagen, kann man sich ja gar nicht vorstellen, dass das hier Alltag ist. Das obwohl es bei uns schon schnell ging, da wir alle überholen durften.

Während der Tankwart mit dem Laster die Säulen wieder füllte, standen zur Sicherheit einige bewaffnete Polizeibeamte direkt dabei. Hier scheint Gasolin aktuell echt das wichtigste Gut zu sein. Nachdem der erste Tanklaster leer war, kam direkt der zweite.

Letztlich natürlich mal echt krass mit anzusehen, mit was die Einwohner sich hier täglich rumschlagen müssen. Wenn die einfachsten Sachen so kompliziert werden.

Nach einer ganzen Weile waren wir dann endlich an der Zapfsäule angekommen und mit vollem Tank konnte der Fahrt dann nichts mehr im Weg stehen.

Gute eineinhalb Stunden brauchten wir fürs Auftanken. Allerdings nichts im Gegensatz zu den normalen Leuten, die teilweise tagelang hier anstehen mussten.

Die Sitze waren wirklich super gemütlich und so konnte dank Schlafmaske auch zeitig gepennt werden.

Tag eins in La Paz einer der verrücktesten Städte der Welt

Sonntag 17.11. - Tag 8

Gegen frühen Morgen wurde ich dann wach, da der Bus eine Pause einlegte.

Ziemlich verklatscht stieg ich aus und merkte, dass es ganz schön am regnen war. Es war noch relativ dunkel draußen, man konnte aber erahnen, dass wir hier mitten in den Bergen waren.

Wir standen an einem kleinen Rastplatz. Hier waren einige kleine Shops und eine Toilette.

Ich musste dann mal eben auf die Toilette. Die Klos hier, welche kostenpflichtig waren, waren eine reinste Zumutung. Allein der Gestank war bestialisch.

Meine Mutter stand auch mittlerweile vor dem Bus und wir tauschten uns kurz aus, wie wir geschlafen hatten. Es war definitiv nicht der beste Schlaf, besonders weil der Bus teilweise ordentlich schnell durch Kurven bretterte. Allerdings hätte es auch schlimmer sein können.

So ging es dann zurück in den Bus, wo die Fahrt dann auch direkt weiter ging.

Nun, wo ich wach war, konnte ich in der leichten Sonnendämmerung die mit Nebel bedeckten Berge bewundern. Hier waren wir offensichtlich schon ziemlich hoch und La Paz konnte auch nicht mehr allzu weit sein.

Ich machte noch etwas die Augen zu, ehe wir in der Region La Paz ankamen.

Dies erkannte man an den unzähligen, in die Berge gebauten, Häusern.

Ehe wir uns versehen konnten, waren wir auch bereits an unserem Ziel in La Paz angekommen.

Wir wurden von einem kühlen Klima und einigen Straßenhunden empfangen.

La Paz beherbergt unter anderem den höchsten Regierungssitz der Welt und liegt auf durchschnittlich 3700 Metern höhe.

Eine krasse Höhe, welche vor allem Mama so noch nie zuvor hatte. Und so mussten wir ganz besonders drauf achten, langsam in den Tag zu starten, um uns vorsichtig an die Höhe zu gewöhnen.

Mit unseren Rucksäcken bepackt nahmen wir uns ein Taxi zu einem Hauptplatz der Stadt, wo ich zuvor gelesen hatte, dass man möglichst hier ein Hotel nehmen solle. Denn: wir hatten bisher noch kein Hotel gebucht.

Manch jemand würde sagen: Wir spinnen, aber bis dato waren wir astrein damit gefahren, alles vor Ort zu organisieren und so versuchten wir auch hier unser Glück.

An dem Hauptplatz angekommen, wurde uns dann aber bewusst, dass es vielleicht nicht ganz optimal war, jetzt hier mit Rucksäcken bepackt bei dieser Höhe mit wenig Schlaf drauf los zu gehen.

Vor allem Mama machte die Höhe ordentlich zu schaffen und sie hatte richtige Kopfschmerzen und etwas Schwindel.

Wir suchten uns also eine Parkbank, um zumindest mal unsere Rucksäcke abzusetzen.

Hier war wirklich jede Straße entweder steil bergauf oder bergab. Und das machte das ganze dann so schwierig.

Ich setzte Mama also auf einer Bank ab und zog alleine los, um WLAN zu bekommen und uns kurzerhand fix was zu buchen. Denn wir sehnten uns nach einer Dusche und der Tatsache, unsere Rucksäcke los zu sein.

So zog ich los ,die steilen Berge hinauf und wurde relativ schnell fündig. Ein Hotel, in welchem man das WLAN nutzen konnte.

Das Hotel war aber nicht wirklich vielversprechend und so guckte ich schnell bei Booking und buchte uns für die nächsten Nächte eine Unterkunft.

In dieser Situation wäre es sicherlich besser gewesen, vorab einfach was zu buchen. Wir hatten aber bisher keinen Nerv und Zeit gefunden, uns damit zu beschäftigen und so mussten wir es nun auf diese Art und Weise buchen.

Egal. Ich wusste nun wo es hin gehen sollte und so ging ich zurück zum Platz, auf welchem hunderte Tauben waren.

Mutter saß dort noch immer auf der Bank und war mittlerweile auf Spanisch mit einer älteren Frau am plaudern. Witzig.

Die Stadt selber war wirklich sehr ranzig. Mega dreckig und viel Armut zu sehen.

Die Aussicht konnte aber definitiv was und so wurde bei allem Stress um eine Unterkunft, dem wenigen Schlaf und den nachwievor relativ starken Kopfschmerzen, die Vorfreude auf eine der beeindruckendsten Städte der Welt immer größer.

Wir gingen nun zu Fuß in Richtung unseres Hotels für die nächsten Nächte.

Dabei kamen wir bereits am berühmten „witches market“ vorbei, wobei wir dann aber eher weniger interessiert daran waren, als daran endlich die Brocken los zu werden.

Einfach im Hotel anzukommen, war jetzt unser allergrößtes Ziel und so erreichten wir nach anstrengenden 20-30 Minuten unser Hotel. Das Hotel war auf einer sehr belebten Straße, welche sogar ebenerdig war.

Zu einem extrem geringen Preis hatten wir hier ein wirklich super Hotel gefunden und dieses wurde dann auch direkt mit einem Duschgang zelebriert. Man, tat das gut!

Auch mal aus den Schuhen raus zu kommen und sich einfach mal lang aufs Bett zu legen war eine Wohltat. Wir nutzten außerdem die Gelegenheit, mal im Hotel unsere Wäsche waschen zu lassen.

Wir hätten jetzt auch einfach tot ins Bett fallen können, doch wir hatten uns vorgenommen, jetzt nicht den ganzen Tag zu verschlafen, weil dann unser Schlafrhytmus total im Arsch gewesen wäre.

Deshalb, vor allem auch Respekt an Mutter, dass wir das so durchgezogen haben. Es ging dann nach dem kurzen frisch machen auch direkt los ins Abenteuer La Paz.

Wir gingen einfach mal so drauf los. Diese authentischen Straßen hier waren einfach ein Traum. An jeder Ecke gab es was zu sehen.

Ob es die Stromkabel waren, welche teilweise ordentlich runter hingen, die authentisch gekleideten Cholitas, welche mit typischen Röcken zu gefallen wussten, oder ob es einfach nur das trubelige Leben hier, gepaart mit der fantastischen Aussicht, war.

So schön das alles war, mussten wir trotzdessen stets drauf achten, genügend Pausen einzulegen und ausreichend Wasser zu trinken.

Mama war die Höhenkrankheit echt anzumerken und grade deshalb war es wichtig, sich heute nicht allzu viel vorzunehmen.

Nach einigen Metern kamen wir an einem Restaurant vorbei und das wurde dann direkt genutzt, um kleine Pausen einzulegen und uns kurz zu stärken.

Das tat gut. Nach einer guten halben bis dreiviertel Stunde ging es dann zu Fuß weiter, vorbei an unzähligen Cholitas, welche teilweise auf dem Boden, inmitten ihren angebotenen Waren saßen.

Es war wirklich alles dabei, was sie versuchten an den Mann zu kriegen. Von Obst, bis hin zu Kinder Spielsachen wirklich allen Scheiß wurde irgendwie versucht zu verkaufen. Das schien ihr Ziel zu sein. Super spannend zu sehen.

Es gibt wirklich nichts authentischeres, als eine Cholita, welche vor einer mit Streetart bemalten Hauswand sitzt. Auch die steilen, von Stromkabeln überhangenen Straßen und die bunten Häuser im Bergpanorama waren einfach nur der Hammer.

Aus der Entfernung hörten wir extrem laute Musik und gingen daraufhin in die Richtung.

In einer Nebenstraße war eine große Menschenansammlung. Je näher wir kamen, desto lauter wurde auch die Musik.

Hier schien ein Festzug zu enden. Traditionell gekleidete Menschen kamen tanzend mit Trommeln und Blasinstrumenten an einer größeren Kreuzung an.

Der Eingang des Hofes, der offensichtlich das Ziel der mit dem Festzug ankommenden Bolivianer war, wurde durch eine Art Spezialeinheit, die mit schusssicheren Westen und Helmen bestückt war, gesichert.

Es schien aber kein Militär, sondern ein privates Securityunternehmen zu sein.

Es gab auf dem besagten Hof eine Bühne und mehrere Bierbänke. Die Security ließ offensichtlich nur geladene Gäste hinein.

Auf der Straße selber kamen immer mehr feiernde Südamerikaner an, welche teils mit Instrumenten bestückt waren und teils nur singend und tanzend den heutigen Tag mit Bier oder Schnaps in der Hand feierten.

Es war eine Art einstudierte Zeremonie, denn sie waren ziemlich synchron am tanzen.

Es machte wirklich Laune zuzusehen, denn die bolivianische Feierkultur war extrem fröhlich und man sah ihnen die Lebensfreude absolut an.

Rings rum gab es Verkaufsstände mit Holzkohlegrills, wo es verschiedene Fleischspezialitäten zu kaufen gab. Hier war einfach jeder in Feier- und Trinklaune.

Wir gingen den Festzug, der was von Karneval hatte, entlang und wurden von den Menschen hier nicht etwa blöd angeguckt, sondern eher fröhlich und gastfreundlich empfangen.

Die feierwütigen Bolivianer hatten teilweise kleine hölzerne LKWs in der Hand, welche als Lärmratsche benutzt wurden. Die LKWs wurden dazu im Takt der Musik geratscht.

Eine Gruppe der Karnevalisten sah mich das ganze Geschehen filmen und holten mich und Mutter kurzerhand zu sich in den Festzug hinein.

Von jetzt auf gleich waren wir also Teil des farbenfrohen Festes. Was für eine Offenheit gegenüber Fremden. Es war einfach Fantastisch.

Ich bekam die Ratsche in die Hand gedrückt und begleitete so rhythmisch die Gesänge der Leute. Mama unterhielt sich unterdessen mit den offensichtlich sehr glücklichen Bolivianern, welche sich freuten, uns zu ihren Feierlichkeiten aufzunehmen.

Konfettikanonen schossen über uns hinweg und es machte einfach Laune, hier so unverhofft mitzulaufen.

Die angeschwippsten Karnevalisten erklärten meiner Mutter, dass nur geladene Gäste mit auf das von den Securitys gesicherte Gelände kommen.

Wir verabschiedeten uns also von unseren neuen Freunden und guckten uns weiter das Spektakel an.

Ganze Blaskapellen liefen hier mit und alle waren zu den Latino vibes am tanzen und feiern. Einfach cool. Wir hatten heute aber noch vor, etwas die Stadt weiter zu erkunden und so mussten wir schweren Herzens weiterziehen.

Wir waren absolut angekommen in La Paz!

Es ging zu Fuß weiter bergab Richtung Gondelstation. Die ganze Stadt ist durchzogen mit Seilbahnen, mit welchen man perfekt von A nach B kommt.

Die steilen Hänge und verwinkelten Berge, in welche die Häuser gebaut waren, waren so durch die Seilbahnen wirklich perfekt erreichbar.

Da wir uns ja noch an die Höhe gewöhnen mussten, war das mit den Gondeln auch perfekt.

Wir setzten uns für kleines Geld in die erste Gondel und fuhren quasi einmal um die Stadt herum, um uns ein Bild von oben zu machen.

So mussten wir uns nicht wirklich anstrengen und konnten alles entspannt aus den Gondeln begutachten.

Mutter hatte derweil immer noch richtig fiese Kopfschmerzen, was ihre Laune nicht wirklich förderte. Es mit den Gondeln ruhig angehen zu lassen war definitiv das richtige für den heutigen Tag.

Die Seilbahn führte teilweise über einige ärmliche Wellblechhütten und dann wieder durch neuere Hochhäuser und ging auch, unter anderem über einige Hauptstraßen hinweg.

Es ging immer wieder hoch und runter. Der Ausblick war wirklich fantastisch, auch wenn die Scheiben der Gondel teilweise ordentlich dreckig waren.

Eine solch beeindruckende Stadt hatte ich selten gesehen. Überall gab es was zu sehen.

Das Nationalstadion, welches das höchste Nationalstadion der Welt ist, konnte ebenfalls gesehen werden.

Über einige Umstiege ging es hinauf zu „El Alto“, dem höchstgelegensten Punkt von La Paz. Von hier aus erhofften wir uns weitere schöne Ausblicke über die Stadt.

Warum man am ersten Tag, obwohl man sich erstmal an die Höhe gewöhnen muss, direkt zum höchsten Spot von La Paz fährt ?

Ganz einfach: Hier oben findet immer Sonntags der größte Markt Südamerikas statt. Und das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. So stiegen wir auf über 4000 Metern auf El Alto aus.

Kaum waren wir aus der Gondel ausgestiegen, waren wir auch schon mitten im Geschehen.

Wir gingen einfach so drauf los und es gab hier wirklich alles zu kaufen. Von Autoteilen, Kinderspielzeug oder Früchten, bis hin zu Anziehsachen, gab es hier wirklich alles, was man sich so vorstellen kann.

Der Markt ist riesig, also hatten wir natürlich nicht vor, ihn komplett zu durchqueren, was wahrscheinlich auch nahezu unmöglich ist.

Wir gingen also einige hundert Meter in die eine Richtung. Auf der rechten Seite war eine wirklich sehr beeindruckende Aussicht über La Paz. Im Hintergrund waren schneebedeckte Berge zu bestaunen. Einfach Hammer hier!

Dazu die traditionell gekleideten Cholitas. Das ist Südamerika pur hier!

Nachdem wir durch die Gassen zurück zur Gondelstation gingen, beschlossen wir noch, über den Markt hinweg mit der Seilbahn zu fahren.

Nachdem wir in der Gondel saßen und die ersten Meter fuhren, wurde uns erstmal klar, wie riesig der Markt wirklich war. Man sah das Ende nicht und er zog sich durch unendlich viele Seitenstraßen. Hier einmal alles zu sehen ist einfach unmöglich. Total beeindruckend, was hier los war.

Alle Leute waren auf den Straßen, um ihre wöchentlichen Einkäufe zu besorgen.

Mittlerweile dämmerte es schon über der Metropole. Das Farbenspiel in Verbindung mit den Bergen und der Stadt im Hintergrund konnte echt was!

Wir fuhren eine Runde über El Alto, was sowas wie eine eigene Stadt über La Paz ist. Unendliche Weiten an Häusern und wuseligem Stadtverkehr.

Als wir wieder am Ausgangspunkt ankamen, wo der Markt begann, waren die Verkäufer mittlerweile schon ordentlich am einpacken.

Immer Sonntags sollte es hier oben ausserdem eine wahre Kuriosität zu sehen geben:
Cholitas Wrestling. So hatte ich es zumindest vorab im internet gelesen.

Dies wollten wir uns natürlich keineswegs entgehen lassen und so fragten wir ein wenig rum und fanden auch unweit der Gondelstation direkt ein Tickethäuschen, wo man für die witzige Aufführung Karten kaufen konnte.

Zack - ein paar Bolivianos bezahlt und schon standen wir in einer Art mit Tribünen bestückten Lagerhalle.

Hier waren eine Menge Leute, die drauf warteten, sich auf die Fresse hauende, in traditionellen Gewändern gekleidete Bolivianerinnen anzusehen, genau meins!

Wir fanden zum Glück noch einen Platz auf einer der Tribünen und dann konnte es auch los gehen.

Es war keine Frage alles ziemlich notdürftig hergerichtet, aber alles andere hätte mich hier auch überrascht.

Das Publikum war heiß und so wurde auch der erste Kontrahent vorgeschlagen.

Mit einer Nebelmaschine untermalt kamen also nach und nach die Wrestler raus. Bis dato nur männliche Abklatsche von berühmten Wrestlern wie Rey Mysterio und co.

Aufs Fressbrett gab es aber ordentlich und so ging die Show durch mehrere Runden, bis es dann ein Team schaffte, die anderen zu besiegen.

Was für ein aberwitziges Unterfangen, was meine Mutter ich uns als unsere Abendbeschäftigung aussuchten.

Im nächsten Kampf kam dann endlich eine Cholita in den Ring.

Allerdings hatte sie eine Maske auf und so gut wie jedem hier sollte klar gewesen sein, dass es sich dabei um einen als Cholita verkleideten Mann handelt.

Zu guter letzt ging es dann sogar noch dem Schiri an den Kragen.

Alles in allem ein gelungener Abend und eine super witzige Erfahrung.

Mittlerweile war es auf den gut 4000 Metern Höhe ordentlich kalt und wir entschlossen uns, da sowieso grade der Strom ausgefallen und die Aufführung unterbrochen war, mit der Gondel wieder runter in die Stadt zu fahren.

Aus der Gondel konnten wir dann noch die nahezu unendlichen Lichter der Stadt bewundern und so kamen wir dann bei gefühlten zehn Grad mehr „unten“ auf 3700 Metern an.

Es ging noch kurz in den örtlichen Supermarkt und nach dem ereignisreichen Tag mit einem Taxi zu unserem Hotel.

Titicaca See - Der höchste schiffbare See der Welt

Montag 18.11. - Tag 9

Über unser Hotel organisierten wir uns einen Fahrer um zum berühmten Titicaca See zu kommen.

Wir wollten eigentlich etwas ausschlafen aber laut dem Fahrer mussten wir bereits früh los um genügend Zeit vor Ort zu haben.

Man ist ja nicht alle Tage in Bolivien und so wurden wir gegen 7 Uhr direkt vor unserem Hotel abgeholt.

Meine Mutter hatte die nacht extrem schlecht und wenig geschlafen, was wohl durch die Höhe kommen dürfte.

So mussten wir uns also möglichst noch mit Cocablättern eindecken, da diese gut gegen Höhenkrankheit helfen sollten.

Zu unserer Überraschung hatten wir gestern auf dem markt in el Alto keine Kokablätter kaufen können da diese nirgends sichtbar angeboten wurden.

Nun musste unser Fahrer also einen Koka Händler für uns finden.

Die Fahrt ging wieder über el Alto und hier war wirklich einiges los.

Der Verkehr war extrem nervig sodass wir kaum richtig voran kamen.
Das gute war, dass es überall was zu sehen gab.

Nach einer weile hielt unser Fahrer am Strassenrand und ich fand eine koka Händlerin.

Die Dame Packte mir ein Säckchen voller Blätter und dann konnte die fahrt auch weiter gehen.

Nun versuchten wir das erste mal unser gluck mit den so heilvollen Blättern die dafür in Südamerika so berühmt sind.

Wir packten uns jeder etwas in die backen und hofften auf Besserung. Vielleicht alles Kopfsache aber wir sind der Meinung dass es echt etwas geholfen hat.

Unterdessen waren wir bestimmt schon eine stunde unterwegs und laut unserem Fahrer waren wir noch immer in La Paz bzw el Alto. Was für eine riesige Stadt!

Nach einer Weile ging es dann raus aus der Stadt und es wurde ländlicher. Schneebedeckte Berge waren noch immer rechts von uns zu sehen.

Nachdem wir durch einige kleinere Dörfer gefahren waren bekamen wir das erste mal den See zu sehen welcher unter anderem an der grenze zu Peru liegt..

Im Hintergrund waren wirklich sehenswerte Landschaften und das Wasser spiegelte sich sehr besonders.

Generell ein kompletter Gegenpol zum trubeligen la paz.

Wir hielten an einem Museum welches unser Fahrer empfohlen hatte.

Das „museo de las balsas de totora de Paulino Esteban“ oder auch Kon-Tiki genannt zeigt die ursprüngliche Bauart der Schilfboote welche hier bis heute gebaut werden.

Der Vater des Museums Inhabers hatte 1947 zusammen mit dem Weltberühmten Norwegischen Forscher Thor Heyerdahl an einer interkontinentalen Expedition mit genau diesen Schilfbooten mitgewirkt.

Stolz zeigte er uns einige Fotos aus der damaligen Zeit und er versucht bis heute die traditionelle Bauart dieser aus Schilf gebauten boote beizubehalten und diese auch für Touristen zugänglich zu machen.

Neben einigen aus Schilf gebauten Souvenirs gab es unter anderem auch selbst von ihm gebaute Schilfboote zu sehen. Wirklich sehr interessant!

Kaum vorstellbar dass solche boote auf grosser See unterwegs waren.

Nach dem kurzen informativen stop ging es weiter entlang des Sees. Unfassbar schöne ausblicke boten sich dabei.

Unsere Fahrt sollte in Richtung Copacabana gehen. Eine der schönsten Städte am titicacasee.

Um dorthin zu kommen mussten wir allerdings den See überqueren was nur per fahre ging.

Hunderte kleinere Flöße standen bereit um Autos und teilweise Lkws und busse vom einen ans andere Ufer zu bringen.

Ein spannendes unterfangen denn ob das alles so auch vom TÜV abgenommen werden würde lasse ich mal dahin gestellt.

mit einem Motor angetrieben steuerten wir also mit dem Wackligen Steg und einem weiteren bus „an board“ rüber.

Dort angekommen begutachtete ich das provisorische andoggen während der bus und unser auto mitsamt Mutter von dem kleinen Holzboot runter fuhren. Einfach nichts hinterfragen!

Dann konnte es also weiter gehen und die Strasse führte entlang der Küste durch die berge.

Die hänge entlang der Strassen waren im Inca Typischen Stil mit einigen stufenartigen Ackerterrassen bestückt.

Angeblich soll hier auch unter anderem der Ursprung der heutigen Inca Kultur liegen.

Sehr spannend auf jeden fall.

Die Landschaft wurde immer bergiger und so waren wir zwischenzeitlich auf weit über 4200 Metern(?).

Die Landschaft hätte so auch genau in Schottland sein können.Es war mittlerweile richtig schönes Wetter und trotz einigen Wolken kam ordentlich die Sonne raus.

Nach einer Weile kamen wir oberhalb von der Stadt Copacabana an.

Wir waren noch immer hoch oben in den Bergen und von hier aus war auch ein super toller ausblick über die kleine Küstenstadt.

Wir fuhren in die kleine Stadt hinein und waren auch sehr Schnell an der Promenade angekommen. Dort ließ der Fahrer uns raus und sagte wir sollen einfach ein Boot nehmen und er holt uns hier später wieder ab. Und so stiegen wir aus und schauten dass wir einen Anbieter für eine kleine Bootstour bekommen.

In der Küste lagen unzählige fischerboote das konnte echt was hier.

Grade die Sonne machte das ganze besonders.

Nach einer kühlen Cola in einer Bar mit rooftop hatten wir auch schnell eine malaysische (?) Touristin gefunden welche ebenfalls eine Bootstour suchte. Und so organisierten wir uns zu 3. eine Bootstour. Das war ziemlich unkompliziert und innerhalb von wenigen Minuten waren wir auch bereits auf einem Boot auf welchem wir nur zu 3. waren.

Die Sonne war mittlerweile mega heiß und das Wasser spiegelte diese zusätzlich.

So schipperten wir also bei bestem Wetter über den titicacasee.

Die Fahrt ging zu schwimmenden Inseln welche vom indigenen Volk der uros belebt wird. Das Volk lebt auf diese traditionelle Art seit Jahrhunderten auf dem See.

Wir hatten allerdings das Kleingedruckte der Tour nicht gelesen. So ging es zu Mega kommerziellen Restaurants welche zwar auf die selbe Bauweise gebaut waren wie erwartet aber das hier war einfach nur ein touri Abklatsch.

Die Betreiber waren zwar mit Sicherheit auch aus dem Uro Volk aber das hier war leider weder authentisch noch sonst was.

Naja das passiert halt wenn man nicht vorab nach guten Anbietern sucht.

So legten wir trotzdessen hier an und gingen zu Fuß etwas durch die mit Schilf gebauten schwimmenden Restaurants.

War trotzdem ganz cool zu sehen auf welche Art und Weise die uros das Schilf nutzen um auf dem Wasser zu leben.

Irgendwo, bestimmt nicht weit von uns auf dem See leben diese ja bis heute noch so.

Wir schländerten also bei geilem Wetter hier entlang und genossen trotzdem das funkelnde Wasser.

Es gab noch einen Felsen welchen man hochklettern konnte. Dies nutzte ich natürlich und von hier oben war wirklich ein geiler Ausblick.

Meine Drohne ließ ich auch noch etwas fliegen und dann ging es mit unserem Boot auch schon zurück in Richtung Copacabana.

Zurück in Copacabana angekommen bemerkte ich dass ich mir nen richtig krassen Sonnenbrand zugelegt hatte.

Die Sonne hier oben unterschätzt man leicht und das spiegelnde Wasser tat wohl seinen Rest.

Es ging mit unserer neuen Bekanntschaft aus Malaysia noch in ein nahgelegenes Restaurant. Im Restaurant hing witzigerweise eine BVB Reklame. Borussia international.

Nach dem Essen schlenderten wir noch etwas durch die Straßen und gingen zu einer nahegelegenen Kirche.

Hier bei der Kirche gibt es ein besonderes und faszinierendes Ritual: Die Segnung von Autos vor der Kirche. Diese Tradition ist ein Synkretismus aus katholischem Glauben und indigenen Bräuchen.

Die Fahrzeuge werden mit Blumen, Girlanden, Stofftieren und manchmal sogar Bier geschmückt. Ein Priester oder ein Schamane (je nach Wunsch) segnet das Auto mit Weihwasser – häufig unter Mitwirkung von Musik, Tanz und Feuerwerkskörpern.

Die Segnung soll Schutz vor Unfällen und bösen Geistern bieten. Viele Bolivianer lassen ihre neuen Autos also hier segnen, bevor sie sie zum ersten Mal fahren.

Neben einigen Verkaufsständen standen also auch bereits gesegnete Autos vor der wirklich ansehnlichen Kirche.

Beim vordersten Auto war die Zeremonie offensichtlich noch im Gange.

Ein stuhlkreis war vor einem geschmückten Auto gebildet worden und die Herrschaften begossen die Segnung offensichtlich gerade mit ein paar cervezas.

Interessant zu sehen.

Unser Fahrer wartete bereits auf uns und so ging es zurück in Richtung la paz.

Wir genossen die Aussicht während der fahrt zurück wirklich sehr ehe dicke schwarze Wolken aufzogen.

Pünktlich als wir bei den Fähren ankamen fing es dann so richtig an zu schütten.

Unser Fahrer sagte uns es könne auch vorkommen dass bei schlechtem Wetter die Fähren ausfallen und so waren wir wohl noch gut weg gekommen. Denn es schüttete wirklich geisteskrank.

Die Überfahrt war sehr schaukelig denn die Wellen waren durch den aufkommenden Wind wirklich nicht ohne.

Wir schafften es zum Glück aber problemlos auf die andere Seite und so konnte die Fahrt nun weiter gehen.

Langsam kamen die schneebedeckten Berge rund um la paz näher und es war schon allmählich dunkel.

In la paz angekommen ging es auf direktem Wege ins Hotel da morgen ein anstrengender Tag kommen sollte.

Deathroad Bolivien - Mit dem Fahrrad über die einst gefährlichste Strasse der Welt

Dienstag 19.11. - Tag 10

Sehr früh sollte es heute aus den federn gehen denn wir hatten ein echtes Abenteuer geplant.

Es sollte per Mountainbike über die Deathroad, die ehemals gefährlichste Strasse der Welt, gehen.

Vorher musste aber ordentlich gefrühstückt werden um eine ordentliche Grundlage für den anstrengenden tag zu haben.

Einfacher gesagt als getan. Wir packten uns zwar vom Hotel eine Lunchbox ein ich hatte aber wie so meist morgens noch keinen grossen Hunger und die Aufregung war dann eventuell auch ein Thema.

wir gingen mit den vorgepacktem essen in ein nahegelegenes Hotel welches als Startpunkt unserer tour diente.

Dort angekommen sassen schon einige andere Touristen welche ebenfalls am frühstücken waren.

Während Mutter zumindest etwas aß wartete ich nur drauf dass es eine erste Einweisung für den tag geben sollte.

Die Deathroad auch genannt die Yungas-Straße verbindet La Paz mit der Region Yungas.

Die Strasse schlängelt sich durch die Anden.

Entlang extrem steilen abhängen war es bis zum jähr 2006 eine der Hauptverkehrsstrassen um die beiden Regionen zu verbinden.

Durch die enge Strassenführung entlang an bis zu 600 meter tiefen Schluchten ohne Leitplanken waren hier früher unzählige menschen beim passieren gestorben.

Die Strasse startet oben in weit über 4000 Metern und verbindet mit der tropischen Tiefland Region auf lediglich 1200 Metern.

An Temperaturen konnten wir uns also auch auf alles gefasst sein.

Von extremer kälte mit regen bis 30 grad und hoher Luftfeuchtigkeit mussten wir uns also auf alles einstellen.

In der Hotellobby in welcher wir sassen bekamen wir nun unsere Ausrüstung für die abfahrt.

Neben Helmen, knie und Armschonern bekamen wir ausserdem Jacken und Hosen gestellt.

Nach der Anprobe ging es dann auch schon in einen Minibus welcher uns zum Startpunkt bringen sollte.

Es war eine ganz schöne Überwindung für mich meine Mutter zu einem solchen Abenteuer mit zu nehmen.

Klar für mich erstmal kein Problem eine solche tour zumal es nicht das erste mal war eine Gaga tour wie diese zu machen.

Aber zu wissen dass meine Mutter auch dabei war machte es für mich dann auch nochmal deutlich aufregender da ich es ja quasi alles in der Hand hatte mit meiner Reiseerfahrung dass sie auch sicher ist auf unserer gemeinsamen tour.

Dazu kam halt auch noch dass sie ja die letzten tage schon so ihre Schwierigkeiten hatte mit der höhe und das spielte bei mir natürlich auch mit rein.

Da sie sich aber von Anfang an sicher war, dass sie die tour gerne machen will liessen wir uns also schließlich doch drauf ein.

Die fahrt mit dem Kleinbus ging stets bergauf aus der Stadt heraus entlang hohen und imposanten bergen.

Mit einem kurzen Zwischenstop auf welchem ich mir zumindest ein paar chips kaufte um eventuell doch etwas im Magen zu haben kamen wir dann auch am Startpunkt an.

Wir hielten auf einem Parkplatz weit oben in den bergen. Die Wolken waren teilweise unter uns und dichter Nebel zog gelegentlich an uns vorbei.

Hier oben war es ordentlich frisch. Wir hatten nun die Möglichkeit uns soweit fertig zu machen.

Unsere Mountainbikes wurden vom Dach des Vans geladen und wir hatten eine erste Möglichkeit eine runde zu drehen.

Hier oben auf über 4600 Metern war die Luft auf jeden fall nochmal dünner als „unten“ in La Paz.

Wir hatten unsere Fahrräder auf einigen Empfehlungen hin mit doppelter Federung genommen da es eine holperige abfahrt werden sollte.

Nach einer letzen Einweisung ging es dann auf unsere Räder und es ging zuerst auf einer geteerten Strasse los um uns an die Räder zu gewöhnen und ein Gefühl für die Hohe und alles zu bekommen.

In einer reihe hintereinander mit den Guides jeweils vorne und hinten ging es dann also los.

Der extrem kalte Fahrtwind hier oben machte sich direkt bemerkbar.

Unsere Hoffnung war es trocken aus der Nummer heraus zu kommen.

Diese wurde aber bereits nach einigen Metern zerschlagen.

Der Regen peitschte mit dem extremen Gegenwind in unsere Gesichter.

Echt nicht so angenehm. Die Aussicht machte dies aber wieder gut.

die mit Nebel durchzogenen Berge konnten schon echt was.

auf diesem Abschnitt der geteerten Strasse auf der wir unterwegs waren waren einige Lkws unterwegs da diese Strasse noch immer in Benutzung war.

Der Regen wurde aber nicht weniger. Im Gegenteil.

Wir waren mittlerweile von oben bis unten durchnässt und wir waren ja noch immer erst am Anfang.

Die eigentliche Deathroad sollte ja erst kommen.

Nach circa 30 Kilometern bergab kam die erste Pause um uns etwas mit heissem Tee von Verkaufsbuden am Strassenrand aufzuwärmen.

So nass hatten wir es uns definitiv nicht vorgestellt.

Nützt nix.

Unsere Finger waren trotz Handschuhen schon kaum noch zu bewegen da der Fahrtwind sein bestes tat.

Noch war alles bei Mutter in Ordnung. Sie sagte klar ist es arsch kalt und die Finger tun schon weh aber es hatte keiner gesagt dass es einfach werden sollte.

Die Fahrräder wurden nun wieder auf den van geladen, und wir gingen zurück in den bus. Der nächste abschnitt ging wieder bergauf weshalb wir diesen nun mit dem bus fuhren.

So sassen wir wie begossene Pudel im Kleinbus und warteten bis wir beim eigentlichen Startpunkt der so gefürchteten Deathroad ankamen.

Der Bus hielt an einer Gabelung an. Hier sah man schon ein großes Schild mit der Aufschrift „ Bienvenidos al Camino de la muerte“ also Willkommen an der Deathroad.

Nun war also der Moment gekommen wo es ernst werden sollte.

Mutter und ich guckten uns mit ernsten blicken an denn von nun an sollte es teilweise bis zu 600 Meter in den Abgrund gehen und das ohne Leitplanke oder sonstige Absicherungen.

Jede Entscheidung kann lebensbedrohlich werden, jeder abrutschen der letzte.

Das mussten wir uns bewusst machen und die guides machten uns nochmal klar, dass wenn wir uns nicht zu 100 Prozent sicher sind wir es besser sein lassen sollten.

Das Problem war, dass es vor kurzer zeit einen Hangrutsch gegeben hatte und deshalb das Begleitfahrzeug nicht die ganze zeit hinter uns bleiben konnte.

Bedeutete also: ab einem gewissen Punkt gibt es kein zurück. Keine Chance uns zu bergen oder aufzugeben.

Der Guide gab uns 10 Minuten nach start wo wir noch die Chance haben abzubrechen, da das Begleitfahrzeug so weit noch kommt.

Schon ein gewisser druck mit dem man umgehen muss. Zu wissen nach den zehn Minuten gibt es kein zurück.

Für uns ging es nach einem letzten Foto vor dem Willkommens Schild dann auf der holperigen strecke los.

Nach nur wenigen Metern beobachtete ich dass Mutter wackelig auf dem Rad war und nur kurze zeit später verdrehte sich ihr Lenker etwas was sie zum absteigen zwang.

hier oben direkt am start war das natürlich noch kein Problem, da die hänge noch nicht steil waren.

Ich hielt also direkt an um zu fragen ob alles ok ist und sie sagte mir sie sei grade echt unsicher ob sie das könne.

Die Tatsache nicht zu wissen ob es aufhören würde zu regnen, ob man es körperlich packt und dann nichtmal die Möglichkeit hat an einem gewissen Punkt abzubrechen waren ein echtes Problem.

Mutter sagte sie guckt sich die nächsten 10 Minuten noch an und zur not würde sie dann hier abbrechen.

Man sollte in solchen Situationen meiner Meinung nach immer ehrlich zu sich selber sein und nicht auf teufel komm raus sich dann letztlich in Gefahr begeben weil man sich oder seinen Körper überschätzt.

Mutter hatte extreme Schwierigkeiten mit der nässe und der daher kommenden kälte.

Völlig verständlich denn das mache mir selbst mit 30 jahren unterschied schon zu schaffen.

Mutter fuhr also auf den ersten Metern mit uns mit und es schien sogar zu funktionieren.

Als wir die ersten paar meter hinter uns hatten kam allerdings eine art Dorf wo der guide bereits mit einigen anderen Touristen stand und auf uns wartete.

Er erklärte dass es ab hier keinen weg zurück mehr gibt und es die letzte Möglichkeit sei sich um zu entscheiden.

Meine Mutter entschied sich zusammen mit einem anderen Touristen dazu es hier ab zu brechen und von hier aus mit dem Van aussen rum zum ziel zu fahren.

Ich muss ganz ehrlich sagen absolut richtige Entscheidung da jetzt nicht mit einem unwohlen Gefühl rein zu gehen und am ende sein leben zu riskieren weil man wackelig auf dem bike ist.

Ich bin mega stolz auf dich mama, dass du in deinem alter dich sowas überhaupt ansatzweise traust und dich voll drauf eingelassen hast.

Sehr schade natürlich dass wir die tour nicht zusammen beenden konnten aber so ist es wohl besser.

Ich liess mir das Abenteuer natürlich nicht entgehen und so gab es eine Abschieds Umarmung und dann ging es für mich nun ins nasse Abenteuer ohne zu wissen was kommt.

Nach dem Abschied ging es nun für mich durch die mit Nebel behangenen Berge der Anden.

Ich war ziemlich sicher auf dem Rad und lediglich der kontinuierliche regen war mein grösstes Problem.

Die Sicht war ziemlich schlecht und alles war mittlerweile derart durchnässt dass ich bei pausen auch so gut wie überhaupt nicht mein handy bedienen konnte.

einige wenige Fotos konnte ich dann aber doch schiessen.

immer im zickzack ging es die Serpentinen entlang der steilen Abhänge und je weiter man runter fuhr desto wärmer wurde es.

Hier konnte man den Wechsel der Klimazonen aufgrund der Höhenunterschiede deutlich merken.

Meine Klamotten waren mittlerweile trotz mehrerer lagen bis auf die haut durchnässt.

Der Van des Anbieters war ja bereits nicht mehr hinter uns da die strecke an einer stelle nicht komplett befahrbar war.

Und trotzdem kam an einer extrem engen stelle an welcher es auch noch extrem steil runter ging ein auto entgegen.

Es war hier komplett schlammig das schien den Autofahrer aber nichts aus zu machen.

Nach einiger zeit weiter Berg ab lockerte es sich allmälig auf und so konnte man endlich das ausmaß dieser strecke begreifen.

Hunderte meter ging es ohne Leitplanke runter und im Umland waren beeindruckende berge zu sehen.

Es lockerte sich tatsächlich pünktlich zum berühmten Fotospot auf.

Nach einigen Fotos ging es vorbei an etlichen Wasserfällen durch welche man sogar fahren musste.

wirklich eine beeindruckende Landschaft.

ich musste zwischendurch immer daran denken wie komplett irre es ist dass dieser weg eine der Hauptverkehrsstrassen zwischen den Provinzen war.

An einigen stellen konnte man sogar abgestürzte Autos in den Böschungen unter uns entdecken.
Kein wunder, dass hier so viele menschen um gekommen sind. Wenn sich hier zwei Lkws entgegen kommen ist ende.

An umgekommene zu denken während man selber hier mit dem Fahrrad entlang fährt ist wohl nicht die beste Idee. also versuchte ich mich auf die Natur und den weg an sich zu konzentrieren.

Es ging immer wieder durch große Wasserfälle und durch tiefere wasserläufe.

echt super aufregend.

nach einer weile an einer stelle konnte ich dann meinen augen nicht glauben.

Ein häng schien vor einiger zeit abgerutscht zu sein und dort war ein Bagger zugange welcher große Felsbrocken abtrennte und den häng herunter fallen ließ.

Jeder der schonmal Unfallvideos im internet gesehen hat weiss genau wie solche Situationen meistens enden.

es sah aus als wenn der ganze häng durch den Bagger gleich erneut runter kommen würde.

und da der weg welcher ja passiert werden musste quasi nicht mehr da war mussten wir die Fahrräder auf einem Rad vor uns her schieben.

Ich guckte mir das geschehen bewusst erstmal aus der Entfernung an.

letztlich blieb mir nichts anderes übrig als ebenfalls mit meinem aufgebockten Rad durch die rutschige und schlammige aufgewühlte erde zu schieben.

Sicher auf der anderen Seite des Wegs machte ich mich schnell aus dem staub da mir das da wirklich nicht geheuer war.

Wohl nicht ohne Grund stand hinter dem Bagger auch direkt ein Krankenwagen.

Mittlerweile war es sogar trocken was mir sogar die Möglichkeit gab meine drohne zu starten.

Was für geile aufnehmen.

Der Anbieter war leider nicht so rücksichtsvoll was Fotos machen anging sondern drängte immer weiter sodass man immer schief angeguckt wurde wenn man mal ein Foto machen wollte.

Da wäre es wohl sinnvoll gewesen ein paar Anbieter zu vergleichen, denn wir haben einfach den erst besten genommen.

Dennoch war die Natur und strecke die selbe und so machte ich hier auch das beste draus.

Mittlerweile war es aufgrund des Klimawechsels echt schon richtig heiss und meine Knochen taten vom Sattel ordentlich weh.

Nach insgesamt 3400 Höhenmetern, 5 Stunden und 52 Kilometer strecke kam ich am ziel an wo meine Mutter mich bereits sehnsüchtig erwartete.

Grade der letzte abschnitt war extrem anstrengend, da es teilweise ebenerdig ging und man nicht mehr einfach nur rollen lassen konnte.

Insgesamt kann man nur sagen: Was für eine Erfahrung.

Es hat einfach nur bock gemacht und ich war stolz es geschafft zu haben.

meine Klamotten konnte man mittlerweile komplett auswringen.

Nun konnte ich endlich aus den nassen Klamotten raus welche bei der Hitze hier unten auch echt unangenehm wurden.

Alles in ne tüte und dann auch endlich aus den triefenden Schuhen raus. Mit adiletten ner kurzen Hose und tshirt war es dann schon deutlich angenehmer und so ging es dann zurück in den bus welcher uns in ein nahegelegenes Restaurant fuhr.

In dem Restaurant gab es dann ein kleines Buffet mit reis und Hähnchen.

Die Anlage hier war wirklich sehenswert und perfekt um nach all der Anstrengung runter zu kommen.

Einige Papageien sassen direkt in den bäumen um die Anlage.

Da ich bisher kaum was gegessen hatte, tat die Mahlzeit wirklich gut.

Als ich dann aber einige Maden in der Reispfanne entdeckte war mein Appetit dann aber Geschichte.

Nachdem Mutter der Mitarbeiterin auf spanisch erklärte dass diese in dem essen sei schien diese nicht wirklich beeindruckt zu sein und ignorierte es.

Naja da sieht man dann mal wieder was für einen Anbieter wir hier erwischt hatten.

All das konnte mich heute aber nicht wirklich mehr aus der bahn bringen und so schmunzelte ich nur drüber und genoss die restliche zeit in der wirklich schönen anlage die aber leider in die jähre gekommen war.

Nach einiger zeit sollte es dann auf den Rückweg in Richtung la Paz gehen.

Die fahrt an sich stellte sich dann als anstrengender wie die Radtour raus.

Insgesamt 3,5 stunden brauchten wir, da der Minibus stets Berg auf fuhr und nicht wirklich aus den Pötten kam.

als wir dann endlich nach mehreren stunden unangenehmer fahrt zurück in der Stadt waren, ging es, nachdem wir die nassen Sachen versuchten zum trocknen aufzuhängen, auf direktem Wege ins Bett.

Tag zwei in La Paz - erster Alkohol auf der Höhe

Mittwoch 20.11. - Tag 11

Nachdem wir etwas ausschlafen konnten, frühstückten wir das erste mal im Hotel.

Das Restaurant war im obergeschoss und hier gab es eine wirklich sehenswete Sicht über la Paz.

Nach dem frühstück checkten wir aus.

Wir konnten unsere Klamotten an der Rezeption hinterlegen, sodass wir heute über den tag verteilt ohne die Rucksäcke noch etwas la Paz angucken konnten.

Unsere Nassen Klamotten gaben wir in der Reinigung nebenan ab. Diese sollte Bis heute Abend fertig sein sodass wir diese wieder abholen konnten.

Direkt vor unserem Hotel waren viele Marktstände aufgebaut.

Wir schlenderten also die Strasse entlang und bestaunten das rege treiben auf den Strassen.

Es ging Richtung Hexenmarkt eine der Haupt Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Die sehr touristische Strasse konnte mit Bunten graffitis und einigen coolen shops überzeugen.

Das erste lokale Bier des Tages durfte auch nicht fehlen.

Nach dem Bier in einem cafe ging es per Taxi zum Busbahnhof.

Da wir heute Abend mit dem bus in Richtung Uyuni fahren wollten,

mussten wir uns noch um ein bus ticket kümmern.

Am grossen Busbahnhof angekommen gingen wir direkt zu einem Schalter von der Buslinie die wir vorab raus gesucht hatten.

Es war nicht wirklich überraschend dass wir das ticket ohne Probleme kaufen konnten.

Hier geht einfach alles ganz nach südmerikanischen Maßstäben: Spontan, flexibel und ohne grosse Vorplanung.

Als wir also unsere Fahrkarten führ heute Abend im sack hatten, ging es für kleines geld per Taxi zu einem Aussichtspunkt von wo aus man einen geilen blick über die Stadt haben sollte.

Dort angekommen gingen wir noch einige Treppenstufen hinauf bis wir einen wirklich unglaublichen blick über diese wahnsinnige Stadt hatten.

Diese Stadt schien wirklich unendlich groß zu sein.

Ich nutzte die Gunst der stunde da hier oben nahezu niemand war um meine drohne zu starten.

Nach einigen gelungenen aufnahmen ging es dann zu fuß weiter Richtung Innenstadt.

Während wir auch die engen verwinkelten Gassen den Berg hinunter gingen, kam ein Micro bus angefahren. Diese Busse sind hier typisch. meist sehr alt und ordentlich voll.

Ohne zu überlegen wunk ich den Sammelbus ran. Es gehört hier einfach dazu mit einem solchen bus zu fahren.

Der Bus hielt also und meine noch nicht wirklich überzeugte Mutter erklärte dem Fahrer wo wir hin mussten.

In dem Bus lief südamerikanische Musik und gefühlt der ganze bus fragte sich was wir in dem bus wollten. Echt sehr witzige Situation welche wir aber genau so wollten.

Umgerechnet einige Cent zahlten wir um zu einem der Hauptplätze der Stadt zu kommen.

Mit den offline maps verglich ich ob wir auch richtig fuhren. Allerdings ohne Grund denn der Fahrer schien die Stadt wie seine Westentasche zu kennen.

Am platz wurden wir dann raus gelassen und das erste was wir sahen war ein Wasserwerfer.

Aufgrund der aktuellen Lage mit der Benzin Knappheit war es wohl nicht ausgeschlossen dass es hier auch mal richtig zur Sache gehen kann was aufstände oder Proteste gegen die Regierung angeht.

Allerdings waren keinerlei Protestanten oder sonstiges zu sehen.

Wir schlenderten also etwas durch die Innenstadt und der Himmel zog sich bedrohlich zu.

Da wir nicht nass werden wollten, flüchteten wir in eine fress Bude. Wir hatten immerhin auch ein wenig Appetit und so liessen wir uns hier vorerst nieder.

Nach kurzer zeit fing es dann extremst an zu schütten. Also alles richtig gemacht hier rein zu gehen.

Auf der Strasse draussen entstand sogar ein reissender Fluss. Als sich das Wetter dann etwas entspannt hatte und wir unsere kleine Mahlzeit verdrückt hatten ging es dann erneut in eine Gondel der Seilbahn um auf einen weiteren Aussichtspunkt zu fahren.

Aus der Gondel hatten wir dann weiterhin einen geilen Einblick auf die riesige Stadt ehe wir erneut oben in el Alto aussteigen.

Von hier aus mussten wir einmal umsteigen um zum rausgesuchten Aussichtspunkt zu kommen.

Hier oben war es eisig kalt und es schien sogar geschneit zu haben.

Die Dächer unter uns waren teilweise mit etwas Schnee bedeckt.

Mal wieder mehr als passend war mein outfit dazu. Kurze Hose und ohne wirkliche Jacke.

Wunderbar. Der Markt welchen wir am Sonntag hier oben besucht hatten war nichtmal mehr zu erahnen.

Alle stände waren abgebaut und hier war eine gespenstige leere.

Mit einer weiteren Gondel ging es also ein paar Haltestellen weiter. die Gondel fuhr hier oben parallel zur Stadt entlang. dieser blick war Wahnsinn.

Aus einigen Häusern schallte Blasmusik. hier wurden scheinbar einige partys geschmissen.

Am Mirador angekommen stellten wir fest dass es keine Aussichtsplattform in der art gab sondern der Aussichtspunkt in der gondelstation war.

Durch die Spiegelungen der Scheibe war es allerdings nicht so geil wie erwartet.

Vor den toren der gondelstation lag tatsächlich einiges an Schnee.

Man war das kalt.

Durch den nun schmelzenden Schnee waren mittlerweile einige Strassen überschwemmt. Nach einer weile fuhren wir dann mit der Seilbahn wieder runter in die Stadt.

Nun sollte es per Taxi zurück zum Hotel gehen um unsere Rucksäcke abzuholen.

Unsere in der Wäscherei abgegebenen Klamotten durften wir natürlich auch nicht vergessen abzuholen.

Mit unserem sack und pack ging es dann in ein nahegelegenes Irish Pub.

Hier tranken wir dann zum ersten mal mehr als ein Bier in dieser höhe.

Das bekamen wir dann aber auch direkt zu spüren.

Nach 3 Bier hatten wir beide einen ordentlichen schwips.
Das konnte also ne gute Fahrt werden 10 stunden mit dem bus.

Mit dem Taxi fuhren wir dann pünktlich zum Busbahnhof wo es dann auch auf direktem Wege in den bus ging.

Der Bus war ähnlich bequem wie der mit dem wir schon nach la Paz gekommen waren.

Aufgrund unseres Pegels sollte dem schlaf dann wohl nichts mehr im Wege stehen ehe wir dann morgen früh im Bolivianischen Hochland in Uyuni ankommen sollten.

Salar de Uyuni - Tag eins in der größten salzwüste der Welt

Donnerstag 21.11. - Tag 12

Wir hatten dann doch eine sehr unruhige Nacht und einen ordentlichen Kater bei Ankunft unseres Busses in Uyuni.

Die fahrt war alles andere als erholsam.

Trotz des dicken Kopfes hatten wir uns einiges vorgenommen.

Denn wir hatten nur begrenzte Zeit hier in Uyuni und hatten noch keine Tour gebucht.

Wir mussten also noch einen Anbieter finden, welcher für uns heute morgen noch Platz in einer Tour hatte.

Wir hatten uns vorab bereits einen Anbieter raus gesucht welcher gut sein sollte, sodass wir zumindest nicht komplett planlos waren.

Wir liessen uns vom Busbahnhof mit einem Taxi zum raus gesuchten Anbieter fahren.

Dort angekommen mussten wir feststellen, dass der Anbieter noch geschlossen hatte.

Wir hatten immerhin noch keine 8 Uhr und so schlenderten wir etwas durch die Stadt.

Die sonne schien schon ordentlich und so liefen wir bei gutem Wetter durch die extrem tote Stadt.

Hier war echt der Hund begraben und schön war auch was anderes.

Da wir für die nächsten tage noch Bargeld brauchten machten wir uns auf zum nächsten ATM und zu unserer Überraschung begegneten wir dort Nico unserem mitreisenden aus dem Amazonas camp in Rurrenabaque.

Er hatte ebenfalls für heute eine tour in die bolivianische Salzwüste gebucht und das sogar bei dem Anbieter welchen wir vorab raus gesucht hatten.

Zufälle gibt es immer wieder.

Nachdem wir das Bargeld aus dem Automaten eingesackt hatten, gingen wir zurück zum Anbieter welcher grade seine Tore öffnete.

Wir machten einen fairen preis für eine 3 Tages Tour für gleich aus und hatten noch etwas zeit bevor es starten sollte.

Auch hier hat es mal wieder sinn gemacht alles spontan vor Ort zu organisieren. Der Preis war deutlich günstiger als im internet ausgeschrieben.

Nun hatten wir also noch zeit um etwas zu frühstücken und uns für die nächsten tage einzudecken.

in einem Restaurant gab es dann Spaghetti Bolognese zum frühstück und ein vorerst letztes mal Wlan.

Nach dem Essen ging es dann in einige shops denn wir mussten uns sowohl mit Wasser als auch Toilettenpapier und anderen nützlichen dingen für die nächsten Tage Eindecken.

mit unserem Proviant ging es dann zurück zum Anbieter.

Nach und nach kamen mehr Leute die offensichtlich ebenfalls eine tour für heute gebucht hatten.

Nico hatte zwar den selben Anbieter aber eine kürzere Tour und so sollten sich unsere Wege erneut trennen.

Es gab von unserem guide eine kleine Einführung und dann ding es auch direkt in einen Jeep mit welchem es zum ersten Spot gehen sollte.

Der erste Stop der Tour war ein Zug Friedhof.

Dieser war nur wenige Minuten vom Büro des Anbieters entfernt.

Der auf Spanisch „Cementerio de Trenes“ entstand als in den 1940er Jahren der Eisenbahn Boom in Bolivien zurück ging.

Es sollten ursprünglich viele Eisenbahn netze zu den Zinn und Silber Minen entstehen, diese strecken wurden allerdings nach dem Rückgang des Bergbaus nie fertig gestellt und die alten Loks wurden einfach ein der Wüste stehen gelassen. So entstand der Zugfriedhof.

Heute ist es eins der bekanntesten Wahrzeichen Boliviens.

Angekommen am ersten Stop muss man sagen war schon einiges los.

Offensichtlich waren alle Touris welche heute in die Salzwüste starten zur gleichen Zeit hier am Zugfriedhof.

Wir machten uns allerdings nichts draus und gingen etwas der ewig langen Zugreihen entlang.

Es hatte wirklich was! Diese alten teils mit grafitti bemalten Dampfloks welche vor sich her rosteten mit der wüste im Hintergrund.

Die Loks konnten betreten und beklettert werden und teilweise waren sogar Schaukeln rein gehängt.

Während wir die alten gleise entlang gingen liess ich meine drohne steigen und dann wurde erst das wahre ausmass der menge der Loks sichtbar.

Sehr beeindruckend.

Nach einer halben stunde ging die fahrt weiter.

Mutter spielte mittlerweile den Übersetzer für unsere Truppe, da alle hier anwesenden kein spanisch verstanden und wir eine Spanische guide tour gebucht hatten.

Ich und Mutter wollten es genau so, da ich durch Mama ja einen Übersetzer hatte.

Der erst der Truppe hatte offensichtlich nur die Spanisch sprachige tour gebucht um geld zu sparen.

Ein gluck dass wir Mutter hatten.

Über eine Landstrasse ging es immer gradewegs grade aus und man sah bereits die weiss leuchtende salzwüste.

Auf dem Weg dorthin fuhren wir an den ersten Lamas vorbei.

Diese waren in größeren Gruppen unterwegs.

Der nächste Stop auf dem Tagesplan war eine Salzfabrik.

Hier konnten wir uns ein bild davon machen, wie das Salz verarbeitet wird für den verzehr.

Wir durften sogar mit anpacken.

Sehr interessant gesehen zu haben.

Nach dem Rundgang durch die kleine Fabrik gab es noch einige Souvenirshops in welchen ich sogar ein lokales Uyuni Bier bekam.

Bevor es weiter gehen sollte gab es dann hier vor Ort noch eine kleine Mahlzeit während wir mit unserer Truppe für die nächsten Tage beisammen sassen.

Nach der Stärkung ging es dann los in Richtung der unendlichen weissen Salzfläche welche mit das größte Highlight jeder Bolivien reise ist.

Die Saar de Uyuni ist eine Riesen große Salzfläche welche vor circa 40000 Jahren entstand als prähistorische Seen austrockneten und eine bis zu 10 meter dicke Salzkruste zurück blieb.

Die flache erstreckt sich über 10000 Quadratmeter und es erscheint wie ene endlose weisse Landschaft.

Und diese sollten wir nun zu sehen bekommen.

Eine geteerte Strasse endete einfach und zack waren wir mit unserem Jeep auf der Salzfläche.

Einige Fahrrinnen zeigten grob wo man lang fahren sollte bzw konnte. Diese Fahrspuren gingen allerdings sofort in alle möglichen Himmelsrichtungen und wir fragten uns wie zum teufel man hier wissen soll in welche Richtung man fahren muss. Die guides hier scheinen dies aber zu wissen.

So ging es mit einer ordentlichen Geschwindigkeit zu unserem ersten stop auf der riesigen Salzfläche.

Ein Salzhotel stand inmitten der riesigen weissen weiten. Hier gab es einige aus salz gebaute Statuen welche mit einigen flaggen wirklich sehenswert waren.

Das Hotel selber war auch nur aus salz gebaut. Echt beeindruckend.

Aber gut hier gab es halt genug salz warum also nicht auch Häuser daraus bauen.

Nach einer Weile fuhren wir dann weiter.

Es ging hinein in eine nahezu komplett weiße leere.

Wohin das auge sehen kann nur leere.

Einfach eine Absolut absurde Landschaft.

Wir fuhren circa 20 Minuten komplett ins nichts.

Es gab nichts was sich ansatzweise näherte oder weniger weit weg schien.

Das Ziel unseres Fahrers war mitten ins nirgendwo zu fahren um möglichst in einem scheinbar leeren räum zu stehen welcher lediglich aus weissem salz und blauem Himmel bestand.

Nach einiger Zeit hielten wir dann einfach mitten auf der riesigen saltzpfanne an.

Kein auto, kein haus und sonst auch wirklich nichts was annähernd in der nähe war.

Einfach nur unsere Truppe mit dem Jeep. Mitten im nichts.

Die sonne prallte ordentlich bei der Mittagshitze.

Das salz reflektierte ausserdem noch zusätzlich, sodass Sonnenschutz extrem wichtig war.

Wir machten einen Fotostop während unser guide uns einige dinge über diesen einmaligen Ort erklärte.

Er hatte ausserdem einige witzige Utensilien dabei um ioptische Illusionen aufs Foto zu kriegen ausserdem liess ich meine drohne ein paar runden fliegen.

Wahnsinns Bilder!

Nach unserem Fotostop ging es mit dem Jeep weiter.

Als nächster stopp stand eine Kaktusinsel auf der Agenda.

Die Isla Incahuasi ist die größte von einigen Inseln auf dem Riesigen Salzsee. Ihre Besonderheit: Sie ist bewachsen mit bis zu 12 Meter hohen und teilweise 1000 Jahre alten Kakteen.

Die Insel sind Überreste eines Urzeitlichen Vulkans von vor etwa 40.000 Jahren. Die Insel besteht tatsächlich auch zum Großteil aus Korallen.

Auf der Fahrt dorthin schienen diese Inseln wie eine Fata Morgana. Wirklich verrückt.

An der Insel angekommen mussten wir zu aller erst unseren Sonnenschutz erneuern. Die Sonne war hier wirklich krass.

Es war echt einiges los hier. Super viele Touristenautos standen hier bereits.

Die Weisse Landschaft mit der Insel und den riesigen Kakteen machte optisch echt einiges her.

Wir gingen nun zu fuss ohne unseren Guide über die Insel.

Es war wirklich einer der surrealsten orte welche ich bisher besucht habe und kaum in Worte zu fassen. Die Bilder sprechen denke ich für sich.

Was noch erwähnenswert war ist dass hier kleine vögel unterwegs waren.

Wie zum teufel können die hier überleben ? Es gab weder Wasser quellen noch eine großartige Nahrungsquelle.

Die Natur ist echt verrückt.

Wir gingen bis zum höchsten Punkt der Insel.

Von hier war wirklich eine wahnsinnige Aussicht in alle Richtungen und es wirkte als wären wir auf einem anderen Planeten.